Don't Go Veggie!
von Udo Pollmer, Georg Keckl und Klaus Alfs 

Dont Go Veggie

Was braucht ein Huhn zum Glücklichsein? Viel Auslauf mit saftigem Grün, ganz so wie früher. Doch „früher“ hatte das Federvieh nicht deshalb so viel Auslauf, weil es sonst einen psychischen Schaden bekommen hätte, sondern weil es sich selbst versorgen musste, um satt zu werden. Hühner sind keine Vegetarier, ihre scharfen Schnäbel und Krallen brauchen sie nicht, um Gras zu picken. Auf dem Mist sowie auf und in der Erde fanden sie tierisches Eiweiß – von Insekten über Würmer bis zum verpuppten Nachwuchs der Ameisen. In Jahren, in denen es viele Maikäfer gab, schmeckten die Eier im Mai manchmal etwas streng. Als Zulage gab es etwas Abputz-Getreide (Bruchkorn, Schmachtkorn, Unkrautsamen) aus den Reinigungsanlagen der Mühlen. Im Winter blieben die Hühner, ursprünglich Tropenbewohner, lieber im Stall und inspizierten die Futtertröge anderer Stallbewohner. Unvorsichtiges Federvieh wurde dabei durchaus auch schon mal von den Schweinen geschnappt und gefressen. Die Bedeutung von Insekten für Hühner ist daran erkennbar, dass sie erst dann brüten, wenn das Angebot an tierischem Eiweiß ausreichend ist. Deshalb waren „Stubenküken“ früher...

weiter geht es in der => Leseprobe Don't Go Veggie!

S. Hirzel Verlag, Preis 19,80 €
ISBN 978-3-7776-2416-7

Meinungsmache 2.0: Wie vage Vermutungen zu Wahrheiten werden
- denn mit Konjunktivismen lockt man keine Journalisten

Salzstreuer ElelichtSalzstreuer
Foto: Elelicht
Lizenz: CC BY-SA 3.0
München, 24.10.2013 -
Der September hat in Sachen „Ernährungsunsinn des Monats“ ein Paradebeispiel geliefert, wie Vermutungen aus Beobachtungsstudien zu Wahrheiten umformuliert werden, um Redaktionen prinzipiell nichtssagende Instituts-PR schmackhaft zu machen: „Salzreduktion schützt vor Herzschwäche“ lautete die Headline der Pressemeldung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie DGK e.V.1, die es auch prompt in gutgläubige Presseorgane schaffte.2
„Diese Überschrift wird nicht durch die vorgelegten Daten gestützt – ganz im Gegenteil: Es gibt noch nicht einmal eine belastbare Korrelation“, erklärt Udo Pollmer, wissenschaftlicher Leiter des Europäischen Instituts für Lebensmittel- und Ernährungswissenschaften (EU.L.E. e.V.). „Trotzdem wird den Bürgern ein `Herzschutz durch weniger Salz´ versprochen. Das ist für eine medizinische Fachorganisation wie die DGK nicht akzeptabel. Und das scheint offenbar auch der DGK klar, denn...

Der Autor und Lebensmittechemiker Udo Pollmer kritisiert die Idee einer für alle gleichermaßen gesunden Ernährung. Er hält die Mittelmeer-Diät für Unfug und sagt, Veganer seien Wirklichkeitsflüchtlinge. Im Interview mit Nicole Golombek.

erschienen in Sonntag Aktuell am 13.04.2014  PDF-download

Salatteller© Bastian Weltjen / www.fotolia.de

NG: Herr Pollmer, gesund bleiben kann man nur, wenn man isst und trinkt, was man nicht mag, und tut, wozu man keine Lust hat, sagt Mark Twain.

UP: Bingo! In einer protestantischen Gesellschaft ist alles, was wir mögen, des Teufels. Der Geist ist stark, und das Fleisch ist schwach. Ich aber sage: Der Geist der Ernährungsberatung ist schwach, aber das Fleisch ist klug.

NG: Apropos Fleisch. Liegt nicht so im Trend. Immer mehr Leute, darunter viele junge, sind Veganer.

UP: Junge Menschen treten nun mal erwartungsvoll ins Leben. Aber sie haben heute kaum noch Freiheiten, weil sie allerorten vor allen Gefahren geschützt werden sollen. Wo gibt es noch Abenteuer? Wo können sich Jungs noch bewähren? Also fahren sie in den Busch und retten Gazellen oder schützen Robbenbabys vor den Eisbären. Dort leben sie die Freiheit aus, die sie hier vermissen. Oder sie bleiben hier, wo sie sich am besten über exotische Ernährungsweisen vom Rest der Gesellschaft abheben können. Wer sich kasteit oder sich zwingt, Dinge zu essen, die er eigentlich nicht mag, der setzt sich genauso einer Prüfung aus und...

Fragwürdige Ernährungstipps
Sendung vom 23.02.2018

Radio

Von Udo Pollmer

Keine Idee ist offenbar so abstrus, als dass sie nicht Nachahmer fände. Derzeit hat der Verzehr von Waschmitteltabs Konjunktur. Dass kleine Kinder die bunten, mundgerechten Kapseln in den Mund stecken, ist kaum verwunderlich. Aber auch viele Jugendliche konsumieren diese sogenannten Tide-Pods als Mutprobe und landen dann in der Notaufnahme. Im Januar reagierte YouTube und begann Videos zu löschen, in denen sich junge Leute beim Waschmittel-Futtern gefilmt hatten. Wie kommt es, dass Jugendliche anstandslos Waschpulver vertilgen, ohne dies beim Reinbeißen reflexartig auszuspucken? Warum fehlt ihnen die altersgemäße Einsicht, dass man nicht einfach alles schluckt, was man in den Mund stopfen kann? Die Gründe sind symptomatisch für Menschen, denen der natürliche Bezug zum Essen ausgetrieben wurde: Wenn...

=> lesen oder hören Sie weiter auf Deutschlandfunk Kultur Mahlzeit!

Neue Technologien ohne Beigeschmack?

Farbstoffe in Lebensmitteln sind ein heikles Thema. Natürlich, künstlich und jetzt auch noch Nanotechnologie! Es spricht der Lebensmittelchemiker Udo Pollmer, wissenschaftlicher Leiter des EU.L.E. e.V.


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