Wenn Rohstoffe wie Milch und Butter zu teuer sind, lassen sich Lebensmittel auch aus Abfallprodukten wie Molke herstellen. Beim Bäcker, in Joghurts und in Fertigprodukten essen wir diese Zusatzstoff-Imitate bereits seit vielen Jahren. Es spricht der Lebensmittelchemiker Udo Pollmer, wissenschaftlicher Leiter des EU.L.E. e.V.


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Viel hilft viel? Von den "harmlosen" Vitalstoffen. Es spricht der Lebensmittelchemiker Udo Pollmer, wissenschaftlicher Leiter des EU.L.E. e.V.



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Brotzeit vom 24. Februar 2022


Die Stärkung des Immunsystems ist heute ein „Muss“ für alle Beflissenen. Das erschöpfte „System“ wartet ja nur darauf, dass ihm sein Mensch endlich unter die Arme greift, damit es wieder auf die Beine kommt. Doch wie stärkt man ein allgegenwärtiges, im Grunde unsichtbares Organ, das mit seinen Angriffswaffen alle Lebewesen zu vernichten trachtet, die unseren Körper für ihre Zwecke ausbeuten möchten? Wie wär‘s mit Entlastungsangriff durch ein Breitband-Antibiotikum? Dann können sich einige Truppenteile des Systems mal eine Pause gönnen und vespern.

Allerorten wird der Mineralstoff Zink als Immunstimulans umworben. Aber Zink stimuliert nix, sondern...

Den vollständigen Text einschließlich der Quellenangaben finden Sie im exclusiven Mitgliederbereich. Dort ist auch das Archiv der Beiträge von "Mahlzeit" und "Brotzeit" verfügbar.

aus EU.L.E.N-SPIEGEL 2-3/2012 S.10-11PDF-download

BeutelmuehleAbb. 1: Typischer Bauplan einer deutschen Mühle (1)Ist da etwa eine Schraube locker? Oder das Wasserrad schon so klapprig, dass es sogar das Rauschen des Baches übertönt? Nein. Am lauten Klappern erkannten Müller wie Wandersmann, dass hier regionale Qualität produziert wird. Doch was war vor 200 Jahren Qualität - namentlich im Lande der k.u.k-Mehlspeisen - als Wilhelm Müller das besagte Lied komponierte? Es muss wohl feines Mehl gewesen sein. Denn Apfelstrudel, Marillenknödel oder Kaisersemmeln aus Vollkorn - einfach undenkbar! Schlimmer noch als Rührei mit Eierschalen und Hühnerfedern.

Werfen wir einmal einen Blick in eine typische Mühle, wie sie jahrhundertelang in Mitteleuropa in Gebrauch war. Abb. 1 stammt aus dem berühmten Werk Theatrum machinarum novum von Georg Andreas Böckler aus dem Jahr 1661: Der Müller blickt auf den Zulauf des Beutelkastens.1 Das Mehl darinnen ist Weißmehl. Woran erkennt man das?...

Weniger Fleisch könnte Klima & Umwelt  schaden!

TreibhausSitzen wir bald alle im Treibhaus?
Foto: Hephaestos
Lizenz: CC BY-SA 3.0

Wer das Weltklima retten will, müsse weniger Fleisch essen - denn Flexitarismus sei der Schlüssel einer klimaschonenden Ernährungsweise, so die Botschaft zahlreicher Medienberichte1. Basis dieser „Weniger Fleisch = besseres Klima“-Meldungen war eine schwedische Science-Fiction-Study, die verschiedene Szenarien zur Klimaentwicklung in Abhängigkeit vom Essverhalten vorhersagte2. „Diese Studie macht den Bock zum Gärtner, denn mehr Pflanzenkost statt Fleisch kann genauso schädlich für Klima und Umwelt sein“, so Udo Pollmer, Wissenschaftlicher Leiter des Europäischen Instituts für Lebensmittel- und Ernährungswissenschaften (EU.L.E. e.V.). „Ein wesentlicher Grund dafür ist simpel: Nach Angaben der Welternährungsorganisation FAO ist über die Hälfte des landwirtschaftlich nutzbaren Landes dieser Erde nur für die Tierhaltung geeignet. Werden dort keine Tiere gehalten, werden dort Wildtiere weiden, die gleichermaßen Treibhausgase wie Methan emittieren.“

Und diese schwedische Anti-Fleisch-Studie zeigt (allerdings versteckt im Anhang) noch etwas: Bei einem starken Anstieg des Fleischverzehrs...

Sündenbock gesuchtPDF download

von Andrea Pfuhl

2BienenHonigbienen leben gefährlich. Viele Bürger fürchten, das niedliche Haustier könnte, malträtiert durch Pestizide, Monokulturen und Klimawandel, bald ausgesummt haben, denn seit Jahren werden sie mit Schlagzeilen konfrontiert wie „Lautlos sterben weltweit Milliarden von Bienen“, „Für ihren Tod ist vor allem der Mensch verantwortlich“ und „Pestizide haben verheerende Auswirkungen auf das Bienengehirn“. Die Schuldigen sind schnell gefunden: „Nach Ansicht von Naturschützern und Imkern sind Pestizide für das dauerhafte Massensterben verantwortlich“.14,17,18 Zur Freude der Umweltverbände und vieler Imker und zum Ärger der Landwirte hat die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) im April 2013 daher drei Insektizide aus der Klasse der Neonicotinoide vorerst für zwei Jahre verboten: Imidacloprid, Clothianidin und Thiamethoxam.49 Grundlage für diese Entscheidung waren öffentliche Bedenken, diese „Neonics“ seien spezifisch für das weltweite Honigbienensterben verantwortlich. Doch was als Sieg für die fleißigen Immen gefeiert wurde, hat die Brüsseler Behörde...