Zucker: Die Empfehlung der WHO kann Sie um Ihren Verstand bringen!

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Die „globalen Gesundheitshüter“ der WHO haben mal wieder einen PR-Coup der besonderen Sorte gelandet: Ihre Forderung, den Zuckerkonsum auf 5% zu reduzieren, um die „Übergewichtsepidemie zu stoppen“, verbreitete sich wie ein mediales Lauffeuer. Spiegel.de brachte es auf den Punkt: „WHO empfiehlt nicht mehr als sechs Teelöffel pro Tag“. Machen wir es kurz und schmerzlos: „Diese Forderung ist offenbar eine verkappte Marketingaktion für künstliche Süßstoffe, denn es gibt nicht einen einzigen soliden Beleg, dass Zucker dick oder krank macht“, erklärt Udo Pollmer, wissenschaftlicher Leiter des Europäischen Instituts für Lebensmittel- und Ernährungswissenschaften (EU.L.E. e.V.).

Selbst bei der Karies haben ihm inzwischen die Säuren (egal ob in Gummibärchen oder Obst) den Rang abgelaufen: Sie greifen den Zahnschmelz an – und zwar sofort beim Konsum. Auch als Diabetes-Ursache taugt der Zucker nicht, obwohl jahrzehntelang vergeblich versucht wurde, einen Zusammenhang zu konstruieren. Die Idee, die Zuckerkrankheit aus der Zahl der Würfelzucker abzuleiten, ist so intelligent, wie...

Udo Pollmers Mahlzeit
Sendung vom 06.04.2018

Radio

Von Udo Pollmer

Die Schlacht um die Vitamine tobt nun schon gut 100 Jahre und noch immer kann das Publikum im Getümmel keinen Sieger erspähen. Aber über all dem Lärm tönen klar die Fanfaren der Hersteller. Sie schreiben ihren Pillen und Pülverchen immer neue Wundertaten zu, die vergleichbare Produkte, wie das geweihte Wasser von Lourdes, weit in den Schatten stellen. Derweil lösen rigorose Versuchsreihen in der Fachwelt regelmäßig betroffenes Schweigen aus. Aktuell hat es das umsatzstarke Vitamin D erwischt. Stiftung Warentest kam zum Schluss, die üblichen Heilsversprechen seien nicht haltbar, zudem könne eine langfristige Überdosierung sogar zu Herzrhythmusstörungen führen. Auch die Hamburger Gesundheitswissenschaftlerin Ingrid Mühlhauser vermag keinen Nutzen für die Allgemeinheit zu erkennen und warnte ebenfalls vor Überdosierungen, die...

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Segen, Propaganda oder Naivität?

von Sandro Christensen und Udo Pollmer, erschienen im EU.L.E.N-SPIEGEL 2-3/2015  S. 33

Goldener ReisEin Schälchen Goldener Reis
Nicht unbedingt nahrhafter,
aber allemal bunter
Foto: International Rice Research Institute (IRRI)
Lizenz: CC BY 2.0
Die Diskussion über den Goldenen Reis findet kein Ende. Von Ingo Potrykus und Peter Beyer mittels Gentechnik entwickelt, hofft man mit dieser Pflanze endlich Armutskrankheiten, insbesondere die Blindheit bei Kindern in Entwicklungsländern, bekämpfen zu können. Was die Befürworter als humanitäres Projekt betrachten, halten Greenpeace & Co für eine Bedrohung, die nur in eine Katastrophe münden kann. Wie hilfreich ist der Goldene Reis wirklich?

„Um vernachlässigbare Risiken zu vermeiden“, spottete der Statistiker Walter Krämer, „gehen die Menschen große Risiken ein“. Beispielhaft nennt er die „große Panik wegen Pestiziden in Babygemüse“, genauer gesagt in Babykostgläschen der Firma Schlecker: „Die Mütter rennen auf den Markt, machen ihr Gemüse selber, nichtwissend, dass in deutschem Marktgemüse eine 200 Mal höhere Schadstoffkonzentration vorliegen darf und auch vorliegt, als im schlimmsten, verseuchten Schlecker-Gemüse gefunden worden ist.“22

Natürlich ist auch das „Risiko“ durch Marktgemüse belanglos, es ist nur rein rechnerisch größer. Der Vorfall ist zwar schon ein paar Jahre her, aber noch immer instruktiv. Risiken lassen sich systembedingt nie völlig aus der Welt schaffen. Und sie erfordern...

"Viel hilft viel" gilt nicht bei Vitaminpillen, ganz im Gegenteil. Es spricht der Lebensmittelchemiker Udo Pollmer, wissenschaftlicher Leiter des EU.L.E. e.V.



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Deutschland freut sich über die Rückkehr des Wolfes. Ganz Deutschland? Es spricht der Lebensmittelchemiker Udo Pollmer, wissenschaftlicher Leiter des EU.L.E. e.V.



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Einen weiteren Beitrag zum Thema Wolf finden Sie hier:

Deutschlandfunk Kultur: Mahlzeit! Ökologen sind erfreut, dem Bürger ist unwohl