„Zusatzstoffe gehören nicht ins Essen. Sie gehören ins Museum!“

Das Zusatzstoffheft von 2014 steht ab sofort zum kostenlosen Download bereit. Die aktuelle Auflage von 2017 kann im exclusiven Mitgliederbereich heruntergeladen werden.

Zusatzstoffe TITELDieses Handlexikon dokumentiert die Fülle an Stoffen, die zur Herstellung unserer täglichen Nahrung genutzt werden. Viele dieser Substanzen sind mehr oder weniger gut geprüft, viele andere so gut wie nicht. Deshalb will die EU bis Ende 2020 zahlreiche der Zusätze endlich einer korrekten Prüfung unterziehen. Einige Zusätze werden deklariert, andere, wie die Aromastoffe mit über 2.000 Substanzen, firmieren auf dem Etikett pauschal als „Aroma“. Dazu kommen die Stoffe, die überhaupt nicht deklariert werden. Genannt seien hier die Enzyme, deren weit verbreiteter Einsatz in den allermeisten Fällen verschwiegen werden darf. Doch auch die deklarierten Begriffe erfordern oft genug erhebliche lebensmittelrechtliche Kenntnisse und technologisches Verständnis, um sie richtig deuten zu können. Bisher hat sich die Lebensmittelwirtschaft nur zu gerne davor gedrückt, dem Kunden reinen Wein einzuschenken. Dieses Handlexikon soll das ändern.

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Im aktuellen Wahlkampf fordern grüne Politiker einen "Vegetarischen Tag" einzuführen.

Mal abgesehen von der politisch äußerst bedenklichen Unart, uns vorzuschreiben, was wir an welchem Tag essen dürfen - wie sinnvoll ist Vegetarismus eigentlich? Schont er tatsächlich unsere Agrarflächen und unser Klima? Wird dadurch die Lebensmittelversorgung der Welt verbessert?

Dazu ein Auszug aus dem EU.L.E.N-SPIEGEL "Vegetarier & Tierrechtler": PDF-download

Vegetarische Legende Nr. 3:
Die Produktion von Futter blockiert zwei Drittel der Agrarfläche

Von den weltweit knapp 5 Milliarden Hektar Agrarland werden tatsächlich nur 1,4 Milliarden beackert.10 3,4 Milliarden Hektar – also sogar mehr als zwei Drittel – dienen ausschließlich der Produktion tierischer Lebensmittel. Was für eine Verschwendung! Doch genau das ist ein gefährlicher Irrtum in Sachen Ökologie. Denn diese 3,4 Milliarden Hektar sind überwiegend Dauerweideland - meist in trockenen oder kalten Regionen.12 Dieses Land eignet sich nicht für den Ackerbau.
Wenn man die Steppen und die kühlen Regionen der Erde besiedeln will, dann geht das nur mit Weidewirtschaft – nicht nur im Allgäu, auch in der Prärie, dem Outback, der Pampa oder in Kasachstan. Egal wo, die Flächen, die zur Erzeugung von Rindfleisch dienen, sind global betrachtet überwiegend Landstriche, auf denen seit jeher nur Gras wächst - und nicht der allseits beschworene brandgerodete Urwald.

Bodennutzung 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Rinder züchten im Pansen allerlei Mikroben, und diese verdauen mit Vergnügen Gras, Stroh und andere für uns unverdauliche Rohstoffe. Diese Mikroben wiederum ...

Alle Diäten sind gleich – gleich unwirksam!

Gemuese Augen© chrisdorney / www.fotolia.deInzwischen herrscht wissenschaftlicher Konsens, dass alle Diäten gleich unwirksam sind – egal welcher neuen Marketingtricks sich die Verkäufer bedienen. Nichtsdestotrotz erscheinen immer wieder Studien auf der Medienbildfläche, die vermeintliche Vorteile bestimmter Diätformen kolportieren. So wollte jüngst eine Untersuchung der Tulane University (New Orleans) weismachen: mit LowCarb nehme man mehr ab als mit LowFat und gleichzeitig schütze man auch noch sein Herz-Kreislaufsystem. „Auch wenn die Autoren den derzeit populären LowCarb-Trend nähren – die Originalarbeit lässt diese Schlussfolgerungen nicht im Geringsten zu, ganz im Gegenteil“, so Ernährungswissenschaftler Uwe Knop. „Das Paper ist unterstes wissenschaftliches Niveau und derart voller Ungereimtheiten, statistischer Tricksereien und fehlender Daten, so dass es in der kalten Jahreszeit nur eine Verwendung dafür gibt: ab in den Kamin zur kalorischen Verwertung“, ergänzt Udo Pollmer, wissenschaftlicher Leiter des Europäischen Instituts für Lebensmittel- und Ernährungswissenschaften (EU.L.E. e.V.).

Die Autoren brennen in der Originalarbeit ein Feuerwerk an Täuschungsmanövern ab, das...

Udo Pollmers Mahlzeit
Sendung vom 13.07.2018

Radio

Von Udo Pollmer

Die Billigexporte deutscher Bauern nach Afrika ruiniert die dortige Landwirtschaft. So lautet hierzulande ein gängiger Vorwurf. Aber stimmt das überhaupt? Udo Pollmer hat sich die Exportdaten mal genauer angeschaut. Die deutschen Agrarexporte ruinieren Afrikas Kleinbauern, so unsere Medien. Unisono fordern Dritte-Welt-Experten: Beendet endlich die Billigexporte von Geflügelfleisch und Brotweizen zum Schutz der Bauern vor Ort! Das hülfe wirklich gegen den Hunger. Die Afrikaner sehen das offenbar anders: Da der Kontinent seine Bevölkerung nicht ernähren kann, schreiben die Regierungen die Importe aus. Wer Weizen am billigsten liefert, bekommt den Zuschlag. Da unsere Produktion teuer ist, kommen meist jene Länder zum Zuge, die auf ein Heer billiger Arbeitskräfte zurückgreifen können. Unsere Exporteure würden liebend gerne mehr...

=> lesen oder hören Sie weiter auf Deutschlandfunk Kultur Mahlzeit!

Außer Rand und Band

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von Udo Pollmer und Jutta Muth
Erschienen im EU.L.E.N-SPIEGEL 4-6/2012  S. 72

Schwangere© Tyler Olson / www.fotolia.deGerne würden unsere Krankenversicherungen Sportmuffeln, Dicken oder Rauchern höhere Prämien abverlangen. Da das bisher noch nicht durchsetzbar ist, versuchen sie es mit faulen Tricks: Bonusprogramme sind inzwischen bei fast allen Krankenkassen obligatorisch.

Irgendwie muss man die Versicherten doch abkassieren und dabei gleichzeitig so zu tun, als habe man die günstigsten Prämien. Und wenn sich der Kunde übervorteilt sieht, wird er mit süßlichem Lächeln darauf hingewiesen, die höheren Zahlungen seien doch nur als Ansporn gedacht, sich fürderhin zu bessern und die Rückerstattung abzugreifen.
Für die Bonuszahlungen muss man Punkte sammeln. Beispielsweise indem man fleißig zur Vorsorge-Untersuchungen geht, sich gegen jeden Mumpitz impfen lässt, einen BMI von 17-24 hat oder zahlendes Mitglied in einem Sportverein oder einem Fitnessclub ist. Sportarten ohne Kontrolle und ohne Mitgliedsbeitrag können leider nicht angerechnet werden – also nix mit Radausflug, Wandertour oder Gartenarbeit.

Vorsicht Testsieger

Beim Testsieger von „Focus money“, dem DAKpro-Balance-Tarif, müssen Sie sogar jährlich einen Gesundheitsfragebogen ausfüllen. Ihre Cholesterinwerte, BMI u. ä. müssen im grünen Bereich liegen – wobei der „grüne Bereich“ natürlich willkürlich definiert wird – also so, dass möglichst viele Versicherte möglichst viel berappen müssen. Da aus diesen Einnahmen alle Personen bezahlt werden, die im Gesundheitswesen tätig sind, wird es nicht an propagandistischer Unterstützung mangeln. Ein besonderes Schmankerl hat sich...