2016 1 EULE mini

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Tutti frutti

Editorial: Verschenkte Zukunft

  • Früchtchen!
  • Der Duft der Vorzeit
  • Tropenobst
  • Schnabelfertig
  • Äpfel - für jeden etwas
  • Vom Holzapfel zur Superspindel
  • Allrounder, Wasserwerker und Energieversorger
  • Zum Teufel mit dem Spediteur

 

 

 

Zum Thema Gewichtsdiskriminierung, das wir in EU.L.E.N-SPIEGEL 3/2013 und 4/2013 behandelten, gehört auch die Problematik der Verbeamtung. Wer eine Beamtenstelle antreten möchte, muss nicht nur die fachliche Qualifikation nachweisen, sondern auch den Gewichtsnormen entsprechen. Lesen sie hierzu eine wahre Geschichte...

Höchste AnsprüchePDF download

von Jutta Muth - erschienen im EU.L.E.N-SPIEGEL 4/2013  S. 19

Lehrerin anno 1947
Foto: Bundesarchiv, Bild 183-S75969
Lizenz: CC BY-SA 3.0

Charlotte fühlt sich wohl in ihrer Haut. Doch wegen ihrer Figur wird sie schon mal schräg angeschaut. Sie gilt als umgänglich, fröhlich und ist vor allem kein Kostverächter. Am meisten liebt sie Pizza und Chips. Obst und Gemüse sind nicht ihr Ding. Sie ist der herzhafte Typ, frühstückt nicht gerne, isst aber am liebsten mittags und abends warm. Dann schaufelt sie sich den Teller mindestens zweimal voll. Für ihren „gesunden Appetit“ ist sie im Freundeskreis bekannt.

Charlotte mag Mode, doch in den angesagten Läden ist ihre Größe die Ausnahme. Ihr Gewicht passt einfach nicht zu ihren 1,77 m. Als Problemzonen sieht sie ihre Beine, den Übergang von der Jeans zu den modischen Hochschaft-Stiefeln tarnt sie mit Stulpen. Sie hat sich daran gewöhnt, schließlich guckte sie schon als Kind so aus der Wäsche wie heute; ihre Oma väterlicherseits sah übrigens genauso aus.
Charlotte ist Referendarin, sie studiert für das Lehramt an Gymnasien. Bei der notwendigen Einstellungsuntersuchung wurde ihr das Gewicht zum Verhängnis. Der Arzt bescheinigte ihr, rundum gesund zu sein, nur das Häkchen für Gewicht, das könne er nicht vergeben. Sollte sie sich nach bestandener Prüfung...

Neue BMI-Studie offenbart Willkür im „Pippi Langstrumpf“-Design

Waage© Uwe Grötzner / www.fotolia.de

Nachdem aktuelle Meta-Analysen bestätigten, dass Übergewicht nicht mit einer erhöhten Sterberate [1] respektive sogar mit einer längeren Lebenserwartung korrelierte [2], kam nun, was kommen musste: Die Autoren einer weiteren Meta-Analyse kolportieren brandaktuell, dass Übergewicht doch mit früherem Ableben assoziiert ist [3]. Auch wenn damit das „ökotrophologische Gleichgewicht“ wieder hergestellt erscheint (eine Studie kannibalisiert die vorherige) – so einfach ist es auch diesmal nicht.

Das hat vor allem zwei Gründe, so Ernährungswissenschaftler Uwe Knop: „Erstens taugt der BMI nicht zur Vorhersage von Gesundheit und Krankheit oder gar als `Sargnagel´. Zweitens ist der BMI nicht mehr als ein Marker für eine Korrelation, die keinerlei Schlüsse zur Kausalität erlaubt.“ Damit wäre das Paper schon vom Tisch, „wenn da nicht auch noch an den Daten gedreht worden wäre, um den behaupteten Zusammenhang zu konstruieren“, so Udo Pollmer, wissenschaftlicher Leiter des Europäischen Instituts für Lebensmittel- und Ernährungswissenschaften (EU.L.E. e.V.).

Man wagt ja kaum die zentrale Manipulation zu benennen – sie taugt nur noch zum Fremdschämen: Die Autoren haben fast zwei Drittel der...

Udo Pollmers Mahlzeit
Sendung vom 20.04.2018

Radio

Von Udo Pollmer

Endlich liegt sie vor: Die längst versprochene Studie der Weltgesundheitsorganisation WHO. Erinnern Sie sich noch: 2015 hieß es, rotes Fleisch, Wurst und Schinken würden Krebs verursachen. Bereits 50 Gramm Wurst oder 100 Gramm "rotes Fleisch" täglich würden das Risiko für Darmkrebs um fast 20 Prozent steigern. Wurst wurde sogar der gleichen Kategorie zugeordnet wie Zigaretten. Es gab nur einen kleinen Schönheitsfehler, über den nahezu alle Medien, Experten und Talkshowgäste schwiegen: Die Studie existierte gar nicht. Es gab nur eine kurze Zusammenfassung. Gewissermaßen das Ergebnis einer Kassenprüfung, doch Buchführung und Kasse fehlten. Das nährte den Verdacht, dass das "Abstract" als Propaganda-Ente lanciert worden sein könnte. Jetzt, knapp drei Jahre später wird die Studie nachgeliefert. Und siehe da, die WHO ist um...

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Steckbrief: Bitterstoffe in Zucchini

von Tizian Klingel, Lebensmittelchemiker

Zucchini wrapsZucchini sind während der Grillsaison sehr beliebt. Wenn das Gemüse jedoch aus selbst gewonnenem Saatgut gezogen wurde, sind Vergiftungen nicht auszuschließen.
Foto: Dana Tenti
Lizenz: CC 0 1.0 Universal

Kürbisse, Zucchini und Gurken werden gern im heimischen Garten angepflanzt. Doch Vorsicht gilt beim Verzehr – neben bitterem Geschmack kann es sogar zu tödlichen Vergiftungen kommen.

Was gibt es schöneres als selbstangebautes Gemüse? Es gilt als schmackhafter und vor allem: Man weiß was man hat. Aus dieser Überzeugung heraus pflanzen viele Hobbygärtner Kürbisse, Zucchini und Co. im eigenen Garten. Gerne werden die Früchte auch mal verschenkt, was einem 79-jährigen Mann aus Heidenheim 2015 zum Verhängnis wurde. Beim Verspeisen eines Zucchiniauflaufs zog er sich eine tödliche Vergiftung zu, seine Frau überlebte die Mahlzeit. Verantwortlich dafür waren pflanzeneigene Bitterstoffe, sogenannte Cucurbitacine.


Die Bitterstoffe

Zucchini, Kürbis, Gurke und Melone gehören allesamt zur Familie der Kürbisgewächse (Cucurbitaceae). Diese enthalten ziemlich giftige Bitterstoffe, die sie vor Fraßfeinden und Krankheiten schützen sollen. Sie gehören wie...