Wie ein Grundnahrungsmittel zu einem Gefahrstoff erklärt wird
Sendung vom 21.11.2014

Radio

Von Udo Pollmer

Die Milch hat's nicht leicht. Erst wird sie in der Molkerei mit modernsten Techniken solange bearbeitet, bis sie als haltbare Magermilch in den Regalen landet. Und dann gerät sie auch noch ins Visier der Ernährungsexperten. Doch nicht am fehlenden Fett entzündet sich die Kritik, sondern am Original: Zahlreiche Schriften und Internetvideos verkünden, dass frische Milch das giftigste aller Lebensmittel sei, ja, dass sich der ahnungslose Milchtrinker damit den Krebstod direkt einverleibe. An sich ist der Vorwurf nicht besonders originell, denn damit müssen alle nahrhaften Lebensmittel wie Bratkartoffeln, Rotwein oder Schinkenbrötchen leben. Die Milch befindet sich also in guter Gesellschaft.

Den Krebsvorwurf verdankt sie dem Umstand, dass sich darin Hormone nachweisen lassen. Sie stammen aus dem Stoffwechsel des Rindes. Bekanntlich finden sich in allen tierischen Geweben Hormone. Denn damit wird der Körper von Tier und Mensch gesteuert. Probleme verursachen diese Hormone in der Milch ebenso wenig wie im Fleisch – einfach weil sie stets in physiologischer Dosis vorliegen, zweitens weil sie im Verdauungstrakt schnell abgebaut werden und drittens weil der eigene Körper sowieso täglich wesentlich mehr davon produziert als ...

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Blei im Blut macht Kinder aggressiv
Sendung vom 14.11.2014

Radio

Von Udo Pollmer

Manchmal gibt es erfreuliche Nachrichten, die keine Aufmerksamkeit erfahren, weil das Ergebnis so gar nicht zum Zeitgeist passen will. In den USA wundern sich die Kriminologen über einen unerklärlichen Trend: Bis 1990 stieg die Zahl der Verbrechen kontinuierlich an, seither sinkt sie in gleicher Weise wieder ab. Das zeigen die Daten des FBI – und nicht nur diese. Lange wurde über die Gründe gerätselt. Inzwischen zeichnet sich ab, dass wohl ein Umweltgift die zentrale Rolle spielt, eine Erkenntnis, die allerdings nicht überall auf Zustimmung stößt. Als Ursache der sinkenden Kriminalitätszahlen gilt das Verbot von Blei im Benzin. Klingt irgendwie zu einfach, um wahr zu sein.
Andererseits: Das Blei, genauer gesagt das Tetraethylblei, das früher dem Benzin als Antiklopfmittel zugesetzt wurde, wird vom Menschen unmittelbar über die Atemluft und über die Haut aufgenommen. Dutzende von Forschern sind beim Experimentieren dabei zu Tode gekommen – einschließlich seines Entdeckers. Im Körper wird das Tetraethylblei in das hochtoxische Nervengift Triethylblei umgewandelt. Es ist damit auch weitaus giftiger als gewöhnliches, sprich ...

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Guter Wein entsteht mit Tradition und Handwerk? Mitnichten.
Sendung vom 07.11.2014

Radio

Von Udo Pollmer

Der Rohstoff - die Trauben - werden mit Hightech verbessert und veredelt. Und die Chemiker arbeiten schon daran, den perfekten Wein im Labor zu bauen.
Das Weinmarketing setzt seit Jahrzehnten auf die vertrauten Bilder voller Tradition und Romantik. Gebetsmühlenartig betont die Branche, der Winzer sei den Launen der Natur und des Wettergottes ausgeliefert. Was nicht auf den Reben gereift sei, "kann später im Keller auch nicht mehr wieder wettgemacht werden", erzählen die Märchenonkel und tun so, als würden ihre edlen Tropfen in historischen Kellergewölben bei Kerzenlicht in schmucken Holzfässern reifen. Die nüchternen Begriffe aus Wissenschaft und Technik meidet die Branche wie der Teufel das Weihwasser. Zumindest gegenüber der Kundschaft.
Auf Fachkongressen pflegen die Winzer ein offeneres Wort und diskutieren das heikle Thema Weinbereitung mit...

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Stiftung Warentest bemängelt schädliche Rückstände in Schwarztees
Sendung vom 31.10.2014

Radio

Von Udo Pollmer

Die Stiftung Warentest warnt die Verbraucher vor krebserregenden Stoffen in schwarzem Tee. Udo Pollmer ruft zu Gelassenheit auf. Viele der Stoffe kämen nur in unbedenklichen Spuren vor. Aber es wurde auch ein echtes Gift gefunden.
Stiftung Warentest beklagt in ihrer aktuellen Ausgabe unerwünschte Rückstände in Schwarztees. Manche Schadstoffe seien gar "in hoher Dosis" enthalten und zu allem Überfluss auch noch "krebserregend". Müssen jetzt passionierte Teetrinker ihren Konsum auf ein Tässchen am Tag reduzieren oder gleich die gewohnte Dosis durch eine Kanne heißen Wassers ersetzen?
Unter den Rückständen im Tee sind rein mengenmäßig Mineralöl-Bestandteile an erster Stelle zu nennen. Sie waren mit bis zu drei Milligramm pro Kilo vertreten. Mineralöl gehört in den Tank und nicht in die Tasse. Zum Glück sind diese Verunreinigungen nicht wasserlöslich und bleiben deshalb an den Blättern und Filtern haften. Das fertige Getränk ist frei davon. Wer als Verbraucher weniger Mineralöl zu sich nehmen will, sollte einfach ...

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Säuglingsnahrungshersteller wollen ihre Produkte mit Aromen "aufbessern"
Sendung vom 24.10.2014

Radio

Von Udo Pollmer

Aromastoffe geben wieder Anlass zu Diskussionen: Der europäische Diätverband wünscht sich eine Zulassung für die Säuglings- und Kleinkindernahrung - angeblich sollen Aromen die Entwicklung des Geschmackssinns fördern. Das Bundesinstitut für Risikobewertung hält dagegen.
Die Hersteller von Säuglingsnahrung würden diese gern geschmacklich etwas aufbessern. Deshalb wünschen sie die Zulassung von Aromen für ihre Babykost. Natürlich stellen sie dabei das Kindeswohl in den Vordergrund – Aromen könnten dabei helfen, den Geschmackssinn der Allerkleinsten zu schulen. Es darf jedoch angenommen werden, dass es den Herstellern gar nicht um die Bedürfnisse der Babys geht, sondern in erster Linie um die der Mütter, die die Fläschchen und Gläschen natürlich vor dem Füttern probieren. Da sie nur das Beste für ihre Kleinen wollen, werden sie logischerweise das Produkt kaufen, das ihnen selbst am besten mundet.
Kinder, die gestillt wurden, bevorzugen eine größere Geschmacksvielfalt als Flaschenkinder. Dies wird auf die geschmacklichen Nuancen der Muttermilch zurückgeführt, die wiederum aus den unterschiedlichen Speisen resultieren, die die Mutter im Laufe des Tages gegessen hat. Ein Teil der Aromastoffe geht in die Milch über. Beim standardisierten Industrieprodukt sind derartige Geschmacksabweichungen naturgemäß unerwünscht, damit die Kunden die Ware nicht beanstanden. Das ist der zweite Grund, warum ... 

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