Endlose Regelungswut
Sendung vom 02.01.2015

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Von Udo Pollmer

Wozu noch gute Vorsätze fürs neue Jahr? Der Staat hat die Planung eines bewussten Lebens längst übernommen. Wer einst das Rauchen aufgeben wollte, bekam es mittlerweile per Rauchverbot verordnet. Um dem Vorsatz Nachdruck zu verleihen, wurde der Anreiz zum Verzicht per Tabaksteuer erhöht.
Natürlich blieb die Politik nicht beim Tabak stehen. Wenn es die Politiker drängt, können sie sogar den Handel mit Glühbirnen unterbinden oder die Beimischung von Bioethanol zum Benzin erzwingen. Wenn die Autofahrer kein Ethanol tanken wollen, drohen den Mineralölkonzernen Strafzahlungen, weil es ihnen einfach nicht gelungen ist, ihre Kunden vom Nutzen des Alkohols im Straßenverkehr zu überzeugen. Die wälzen das Bußgeld dann wieder auf den Benzinpreis ab.
Bei näherer Betrachtung ist die Idee mit dem Bußgeld genial. Metzger könnte man dazu verpflichten, jedem Kunden eine Schüssel Rohkost zu verabfolgen. Weigert sich die Kundschaft das Grünzeug zu kaufen, dann zahlt der Metzger ein Bußgeld zur Förderung des Vegetarismus. Nach diesem Vorbild ...

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Sendung vom 19.12.2014

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Von Udo Pollmer

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Papier enthält eine Fülle von unerforschten Stoffen
Sendung vom 12.12.2014

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Von Udo Pollmer

"Die Verführungskraft der Praline ist enorm", mahnt Stiftung Warentest - und kann selbst der Versuchung nicht widerstehen, der Leckerei kurz vor Weihnachten noch eins auszuwischen. Die Masche ist bekannt: Man nehme Stoffe, die als schädlich gelten und die zugleich unvermeidlich sind. An sich ein löbliches Tun, sofern es dazu beiträgt, Risiken zu mindern. Unsinnig wird es dann, wenn belanglose Rückstandsgehalte zur Gefahr hochstilisiert werden - und gleichzeitig gravierende Belastungen unter den Tisch fallen.
Stiftung Warentest hat also Mineralöle in Pralinen gefunden. Bereits vor zwei Jahren hatte die Verunreinigung in Adventskalendern großes Medienecho ausgelöst. Doch wie riskant sind diese Pralinen?
Mineralöle finden sich in vielen Lebensmitteln - und nicht nur in exotischen Schokoartikeln. Sie haben nichts mit Motoröl zu tun, sondern vor allem mit Tageszeitungen. Die fraglichen Mineralöle sind Bestandteile der Druckfarben. Beim Recycling von Altpapier werden sie gleichmäßig in der Ökopapiermasse verteilt. Die Öle gasen aus und wir atmen sie überall dort ein, wo Kartons oder Recyclingpapier herumliegen. Auf diesem Wege ...

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Wie Lebkuchen und Glühwein die Winterdepression vertreiben
Sendung vom 05.12.2014

Radio

Von Udo Pollmer

Echte Lebkuchen sind dank erlesener Zutaten wie Mandeln und einer gepflegten Portion exotischer Gewürze ein kulinarisches Highlight. Selbst beim Triebmittel kriegt der Lebkuchen eine Extrawurst gebraten. Statt billigem Backpulver gehört das teurere Hirschhornsalz zur Rezeptur. Doch nicht alle sind davon begeistert. Bei so teuren Rohstoffen werden die Hersteller kreativ und suchen im Lebensmittelrecht nach Lücken und auf dem Markt nach Ersatzstoffen. Statt der hochpreisigen Gewürze gibt’s viel günstigere Aromen. Richtig dosiert ist der Geschmack kaum zu unterscheiden. Statt Mandeln tun es zur Not auch Erdnüsse. Wozu Hirschhornsalz einkaufen? Mit billigem Backpulver lässt sich der Teig gleich abbacken und er muss nicht, wie bisher, einige Zeit kühl stehen. Das spart Lagerkapazität und Zeit. Der Kunde bekommt damit für immer weniger Geld immer mehr aromatisierte Schaumfladen – ach was, Lebkuchen natürlich.
Allein das Wort Hirschhornsalz klingt wie ein Anachronismus. Ursprünglich wurde das Backtriebmittel durch Erhitzen von geraspelten Geweihen von Hirschen gewonnen – dabei entstand Ammoniumcarbonat. Heute müssen dafür keine Hirsche mehr erlegt werden, das erledigt jetzt die chemische Industrie. Ammoniumcarbonat setzt im Teig nicht nur Kohlendioxid frei, sondern ...

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Die süße Rezeptur und die Kombination mit Alkohol können gefährlich sein
Sendung vom 28.11.2014

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Von Udo Pollmer

Viele Jugendliche lieben Energydrinks, doch Behörden wie das Bundesinstitut für Risikobewertung warnen. Denn die Zahl der Vergiftungsfälle durch diese Getränke nimmt weltweit zu, im Jahr 2011 suchten bereits über 20.000 Amerikaner die Notaufnahme auf. Dabei ist zu bedenken, dass es ist nicht unüblich ist, wenn junge Leute die Drinks gleich literweise konsumieren. Eine Überdosis könne, so die Fachpresse, erhöhten Blutdruck, Übelkeit, Schwindel und Herzversagen auslösen – und so im schlimmsten Fall zum Tod führen. Verantwortlich dafür soll das Koffein sein. Gar nicht auszudenken, möchte man einwenden, wie gefährlich erst Kaffeehäuser und Teestuben sein müssen, die ahnungslosen Gästen kännchenweise bedrohliches Koffein kredenzen.

Doch ganz so einfach ist es nicht: Ein erheblicher Anteil der Fälle betrifft Kleinkinder, die die Plörre versehentlich geschluckt haben. Bohnenkaffee ist im Gegensatz dazu bitter und wird von den Kleinen sofort ausgespuckt, aber die pappsüßen Getränke konsumieren sie bereitwillig, auch dann, wenn der Koffeingehalt viel höher ist als in Cola. Die Gefahr entsteht durch die "kinderfreundliche" Rezeptur. Wegen seines ...

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