Säuglingsnahrungshersteller wollen ihre Produkte mit Aromen "aufbessern"
Sendung vom 24.10.2014

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Von Udo Pollmer

Aromastoffe geben wieder Anlass zu Diskussionen: Der europäische Diätverband wünscht sich eine Zulassung für die Säuglings- und Kleinkindernahrung - angeblich sollen Aromen die Entwicklung des Geschmackssinns fördern. Das Bundesinstitut für Risikobewertung hält dagegen.
Die Hersteller von Säuglingsnahrung würden diese gern geschmacklich etwas aufbessern. Deshalb wünschen sie die Zulassung von Aromen für ihre Babykost. Natürlich stellen sie dabei das Kindeswohl in den Vordergrund – Aromen könnten dabei helfen, den Geschmackssinn der Allerkleinsten zu schulen. Es darf jedoch angenommen werden, dass es den Herstellern gar nicht um die Bedürfnisse der Babys geht, sondern in erster Linie um die der Mütter, die die Fläschchen und Gläschen natürlich vor dem Füttern probieren. Da sie nur das Beste für ihre Kleinen wollen, werden sie logischerweise das Produkt kaufen, das ihnen selbst am besten mundet.
Kinder, die gestillt wurden, bevorzugen eine größere Geschmacksvielfalt als Flaschenkinder. Dies wird auf die geschmacklichen Nuancen der Muttermilch zurückgeführt, die wiederum aus den unterschiedlichen Speisen resultieren, die die Mutter im Laufe des Tages gegessen hat. Ein Teil der Aromastoffe geht in die Milch über. Beim standardisierten Industrieprodukt sind derartige Geschmacksabweichungen naturgemäß unerwünscht, damit die Kunden die Ware nicht beanstanden. Das ist der zweite Grund, warum ... 

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Die Zahl der Pilzvergiftungen steigt
Sendung vom 17.10.2014

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Von Udo Pollmer

Das gute Pilzjahr 2014 hat auch eine Schattenseite: Die Zahl der Pilzvergiftungen steigt. Mitverantwortlich dafür ist zum Beispiel der Trend zur Rohkost. Doch auch gekocht ist mancher traditionelle Speisepilz mit Vorsicht zu genießen.
Dieses Jahr ist ein gutes Pilzjahr in weiten Teilen Deutschlands – der feuchte Sommer sorgte für ein reiches kulinarisches Angebot in Wald und Flur. Mit dem Wachstum der Pilze wuchs leider auch die Zahl der Sammler, die sich und ihre Angehörigen mit ihren Fundstücken vergifteten. Schon letztes Jahr war die Zahl der Krankheitsfälle nach oben geschnellt, 2014 ist eine weitere Zunahme zu beklagen.
Für diese Entwicklung ist nicht nur die pilzfreundliche Witterung verantwortlich, sondern auch der Trend zur Rohkost. Die meisten Speisepilze sind nicht für den Rohverzehr geeignet. Erst gründliches Erhitzen vermag sie zu entgiften, wie beispielsweise Maronen, Perlpilze und vor allem der Hallimasch. Nicht umsonst steht Letzterer in Deutschland bei den Pilzvergiftungen auf den vorderen Plätzen.
Im Internet wird verbreitet, zumindest Champignons könne man roh essen. Können ... 

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Über die wohltuenden Wirkungen der roten Schote
Sendung vom 10.10.2014

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Von Udo Pollmer

Länder wie Indien und Mexiko schwören auf die Schärfe der Chili-Schote. Doch warum ist sie dort eigentlich so beliebt? Genau, sie tötet Keime, aber sie hat noch einen anderen willkommenen Effekt.
Eine bahnbrechende Entdeckung der Hochschule Fulda entzückt die Food-Journalisten. Da hat eine Ernährungswissenschaftlerin doch im Rahmen einer Doktorarbeit herausgefunden, dass die Schärfe von Chili durch Mascarpone abgeschwächt werden kann. Wer sich die Finger nicht bekleckern will, schmiert den Doppelrahmfrischkäse am besten auf eine Scheibe Toastbrot.
Angeblich soll die Lebensmittelindustrie bereits großes Interesse an dieser famosen Entdeckung signalisiert haben. Das ist wohl frei erfunden, denn bisher wusste jede Hausfrau, wie man eine Überdosis Chili im Essen korrigiert: Durch eine Extraportion Crème fraîche oder Sahne. Falls es im Mund brennt, hilft Sahneeis, weil es zusätzlich kühlt. Wenn es für die Verwendung von Mascarpone statt Crème fraîche einen Doktortitel an deutschen Hochschulen gibt, dann ... 

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Indien verspeist seine Heiligen Kühe
Sendung vom 26.09.2014

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Von Udo Pollmer

Von wegen Vegetarier! Der Rindfleisch-Export aus Indien ist rasant gestiegen, die Inder haben sogar den bisherigen Spitzenreiter Brasilien überholt. Im Land selbst wird auch zunehmend Fleisch konsumiert - und die Heiligen Kühe mit allerlei Tricks doch zur Schlachtbank geführt.
Endlich gibt es wieder eine erfreuliche Nachricht in Sachen Ernährung: Indien ist Export-Weltmeister - beim Rindfleisch. Es ist noch gar nicht so lange her, da war der Subkontinent ein Symbol für den "Welthunger". Damals empfahlen deutsche Stammtische den Indern, ihre Heiligen Kühe zu schlachten, um satt zu werden. Die Ironie der Geschichte will es, dass heute genau diese Situation eingetreten ist: Indien hat den bisherigen Rindfleisch-Export-Weltmeister Brasilien überholt.
Noch glauben Viele, in Indien dürften keine Rinder geschlachtet oder gegessen werden. Das ist natürlich Unsinn, denn dort leben nicht nur Hindus, sondern auch viele Moslems. Letztere dürfen Rinder schlachten und Steaks essen, bei ihnen sind dafür Schweinswürstel tabu. Da die muslimischen Metzger halal schlachten, also entsprechend ihren religiösen Vorschriften, sind die arabischen Staaten ein wichtiger Exportmarkt für Indien. Dazu kommt, dass in Indien ...

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Warum ein Nährpulver schmackhafte Speisen nicht ersetzen kann
Sendung vom 19.09.2014

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Von Udo Pollmer

Eine Pille, die alle Nährstoffe enthält - und uns ohne Essen gesund hält. Diese Idee geistert immer wieder mal durch die Medien. Schlagzeilen macht derzeit ein Start-up-Unternehmen aus den USA, das Pulver statt Mahlzeiten verkauft.
Ein neues, synthetisches "Fertiggericht" macht im Internet Furore: eine Tüte mit Pulver namens Soylent. Das Pulver soll, wie es allerorten heißt, das "Ende vom Essen" einläuten. Angeblich enthält es alle Substanzen, die der Mensch zum Leben braucht. Die Idee stammt von einem Start-up-Unternehmen in den USA, das mit seinem ursprünglichen Plan, Mobilfunktürme zu bauen, gescheitert war. Was lag nach dieser Bruchlandung näher, als sich mit Ernährung zu befassen?
Durch Crowdfunding bekamen die Ingenieure in Windeseile 3,5 Millionen Dollar für das Projekt zusammen. Und durch Googeln entdeckten sie 35 Nährstoffe, die sie nun im Chemikalienhandel einkaufen. Das fertige Pulver muss der Kunde nur noch mit Wasser anrühren und ... 

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