Ernährung
Sendung vom 09.10.2015

Radio

Von Udo Pollmer

Pilzvergiftungen sind nicht nur eine Folge von Verwechselungen oder Unkenntnis, auch der Trend zur Rohkost trägt dazu bei. Die meisten Speisepilze sind nicht für den Rohverzehr geeignet. Erst gründliches Erhitzen vermag sie zu entgiften, wie beispielsweise Maronen, Perlpilze und vor allem der Hallimasch. Nicht umsonst steht letzterer in Deutschland bei den Pilzvergiftungen auf den vorderen Plätzen. Im Internet wird verbreitet, zumindest Champignons könne man roh essen. Können schon, aber auch der rohe Champi enthält etwas, das erst mal verdaut werden will, namentlich das fragwürdige Agaritin. In Tierversuchen erwies sich der Stoff als krebserregend. In einem Kilo frischer Wiesenchampignons wurde bis zu einem halben Gramm Agaritin nachgewiesen. Zuchtpilze enthalten etwas weniger, Dosenware dank der Erhitzung nur noch...

=> lesen oder hören Sie weiter auf Deutschlandradio Kultur Mahlzeit!

Endophyten
Sendung vom 02.10.2015

Radio

Von Udo Pollmer

Der züchterische Fortschritt hat die Flughäfen erreicht. Vor ein paar Jahren ist es neuseeländischen Pflanzenzüchtern gelungen, die Vögel, die den Flugverkehr unsicher machen, zu vergrämen. Zu diesem Behufe züchteten sie in Deutsches Weidelgras so genannte Endophyten hinein. Seither produzieren die Gräser Gifte, die dem Federvieh den Appetit verderben. Außerdem gehen daran viele Insekten ein. Wenn‘s nichts mehr zum Fressen gibt, dann machen die Vögel den Abflug. Endophyten sind Mikroorganismen, die Samenkörner befallen und die sich nach der Aussaat in den heranwachsenden Pflanzen ausbreiten. Diese Gräser sind äußerlich nicht von "normalen" Exemplaren zu unterscheiden. Einige Endophyten schwächen ihre Wirtspflanzen, andere stärken sie. Mit den "richtigen" Partnern sind die Gräser robuster und sie liefern deutlich...

=> lesen oder hören Sie weiter auf Deutschlandradio Kultur Mahlzeit!

Der Schweinemord von 1915
Sendung vom 25.09.2015

Radio

Von Udo Pollmer

Vor 100 Jahren befand sich das Deutsche Kaiserreich im Ersten Weltkrieg. Im Herbst 1915 verschlechterte sich die Versorgung der Bevölkerung mit Nahrung rasant. Das Militär hatte, bevor es in den Krieg eintrat, versäumt ausreichend Lebensmittelvorräte für magere Zeiten anzulegen. Zwar verfügte das Reich damals über doppelt so viel Ackerfläche wie die Bundesrepublik heute, es konnte sich aber nur zu 80 Prozent selbst ernähren. Nachdem die britische Seeblockade die Importe mit Nahrungsmitteln unterband, wurde der Mangel deutlich spürbar. Zuvor war der grandiose Plan deutscher Ernährungsprofessoren, um die vorhandenen Ressourcen optimal zu nutzen, kläglich gescheitert. Das Kaiserliche Statistische Amt hatte nämlich bei den Bauern erfragt, was sie denn noch so an Getreide, Kartoffeln und Vieh besäßen. Aus dem...

=> lesen oder hören Sie weiter auf Deutschlandradio Kultur Mahlzeit!

Salz
Sendung vom 18.09.2015

Radio

Von Udo Pollmer

Auf den Kanarischen Inseln wurden unlängst zwei Ärzte zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt. Sie hatten bei einer Patientin eine Wasservergiftung nicht erkannt. Die junge Frau hatte sich vorher vier Liter Wasser genehmigt – bei der Analyse des Blutes wurde ein Natriummangel festgestellt, dennoch unterblieb die lebensrettende Gabe von Salz. Wasservergiftungen sind inzwischen durch die Aufforderung, viel zu trinken und nur knapp zu salzen, keine Seltenheit. Unbeeindruckt kämpfen viele Ärzte für eine Senkung der Salzzufuhr. Die gängige Erklärung lautet: Salz bindet das Wasser im Körper, dem Herzen falle es schwerer, dagegen anzupumpen, und der Blutdruck steige. Das erhöhe das Risiko für Schlaganfall und Herzversagen und damit für einen frühzeitigen Tod. Wenn das stimmt, dann ist im Ozean nur deshalb soviel Wasser, weil...

=> lesen oder hören Sie weiter auf Deutschlandradio Kultur Mahlzeit!

Lebenserwartung
Sendung vom 11.09.2015

Radio

Von Udo Pollmer

Wir werden immer älter. Wenn die Lebenserwartung steigt, dann muss sich Gevatter Tod noch in Geduld üben und das beruhigt. Da kommen zwei Meldungen wie gerufen. Die "Lebenserwartung ist weltweit um 6 Jahre gestiegen", berichtet Spiegel Online. Und ein Wissenschaftsportal meldet, "Kluge Menschen leben länger". Kann es sein, dass die Welt gescheiter wurde? Der Spiegel beruft sich auf eine Studie mit über 700 Autoren, finanziert von der Melinda & Bill Gates Stiftung. Dafür wurden gut 20 Jahre lang über 35.000 Datensätze aus 188 Ländern zusammengetragen. Ein gewaltiges Unterfangen, wenn man bedenkt, dass sich darunter auch Staaten befinden wie der Südsudan oder Lesotho. Das lässt aufhorchen. Denn von dort kommen angeblich detaillierte Statistiken zu Diagnosen, für die man gewöhnlich modern ausgerüstete...

=> lesen oder hören Sie weiter auf Deutschlandradio Kultur Mahlzeit!