von Jutta MuthPDF-download

aus EU.L.E.N-SPIEGEL 3-4/2006 S. 40

Endlich ist es so weit: Das im englischen Fernsehen erfolgreiche Format „You are what you eat!" kommt als „Du bist, was Du isst" ins deutsche TV-Programm. Mit der Doku-Soap möchte RTL an die Quote der Erziehungsserie „Die Super-Nanny" anknüpfen, von der es inzwischen auch eine „Tier-Nanny" gibt. In der ersten Folge besucht die Diät-Nanny Kirstin Ellert,

Klistier© PeJo / www.fotolia.deihres Zeichens Ökotrophologin, eine junge Frau in deren Küche. Sie inspiziert den Kühlschrank und die Speisekammer der Abnehmwilligen, dann räumt sie alles aus, was nicht „wertvoll" ist. Originalton Ellert: Das, was du da isst, ist „richtig viel, zu gut deutsch‚ Scheiße'". Schließlich werden die üblicherweise von der Kandidatin verzehrten Lebensmittel auf einem Tisch aufgebaut, damit sie und die Zuschauer den großen Haufen „Scheiße" angewidert bestaunen können.

Innere Werte

Als nächstes kommt die mollige Körperform der 19-Jährigen aufs Tapet. Damit sich die Zuschauer an ihren Speckröllchen ergötzen können, wird sie in hautenger Kleidung von allen Seiten dem öffentlichen Geschmack preisgegeben. Nun geht es ans Eingemachte: Die Expertin durchleuchtet die inneren Ernährungswerte der Dame, indem sie ihr Kärtchen mit Fäkalabbildungen präsentiert. Dabei handelt es sich nicht um einen Bestimmungskurs für Studenten der Forstwirtschaft, die lernen sollen, ob hier Spitzmaus oder Elch gekötelt haben. Nein, die junge Frau soll...

aus EU.L.E.N-SPIEGEL 3-4/2007 S. 26-27PDF-download

Nahrung: Blut
Anatomie und Funktion: Die Vampir-Fledermaus ist nicht nur ob ihrer Flugfähigkeit ein außergewöhnliches Säugetier. Ihre Nahrung besteht – anders als bei den meisten heimischen Fledermausarten, die vorwiegend Insekten fressen – ausschließlich aus Blut.

DesmodusDesmodus rotundus
Foto: Acatenazzi
Lizenz: CC BY-SA 3.0
An der Unterseite ihrer Zunge befinden sich spezielle Furchen, die das Auflecken des Blutes erleichtern. Dabei bestreicht sie die Wunde mit Stoffen, die die Blutung fördern. Das aufgenommene Blut wird im Mund mit einem Gerinnungshemmer (Draculin) versetzt und direkt vom Oesophagus in den langen, gewundenen, darmartigen und sehr dehnbaren Magenblindsack geleitet. Im Magen beginnt sofort die Resorption von Wasser und Blutserum. Da dieses für den Vampir ernährungsphysiologisch wertlos ist, wird es direkt zu den Nieren transportiert. Bereits zwei Minuten nach dem ersten „Schluck" scheidet die Fledermaus Wasser mit wertlosen Blutbestandteilen ihres Opfers aus. Um den großen Wassergehalt des Blutes loszuwerden, verbringt sie rund zwei Stunden in der Nähe ihres Opfers. Erst fliegt sie zur Wohnhöhle zurück. Der Dünndarm ist sehr kurz, was auf eine schnelle Resorption der Nährstoffe im Blut hindeutet. Das Tier verfügt...

von Jutta MuthPDF-download

aus EU.L.E.N-SPIEGEL 3-4/2007 S. 3-4

Loewe© PeterBetts / www.fotolia.deAusgehend von der alten Diskussion, ob der Mensch ein Pflanzen-, Fleisch- oder Allesfresser ist, begannen Ernährungsexperten jedweder Couleur, die Verdauungssysteme ausgewählter Tierarten zu vergleichen.
Dabei entstanden populäre Modelle, die auf den ersten Blick überzeugend wirken, sich aber allein durch Gegenüberstellung ad absurdum führen. So gelang es durch die geschickte Auswahl passender Kriterien, den Menschen den Fleischfressern zuzurechnen (siehe Tabelle „Fleischfresser-These").
Allerdings ist der Vergleich mit dem Schaf ebenso wenig sinnvoll wie der mit dem Hund. Er belegt nur, dass der Mensch nicht auf cellulosereiches Grünfutter spezialisiert ist. Um dieses zu verwerten, benötigt das Schaf einen kräftigen Kiefer zum intensiven Kauen, große Magen- bzw. Darmkapazitäten und reichlich Fermentationsbakterien.
 
  Fleischfresser-These:        
             
     Mensch   Hund   Schaf

Zähne    Höckrige Backenzähne    Höckrige Backenzähne    Flache Backenzähne

Kiefer   Kauen unwichtig   Kauen unwichtig   intensives Kauen

Magen  
Kapazität ca. zwei Liter; Bakterien nicht vorhanden; keine Celluloseverdauung
 
Kapazität ca. zwei Liter; Bakterien nicht vorhanden; keine Celluloseverdauung
 
Kapazität ca. 32 Liter; Bakterien vorhanden; Celluloseverdauung zu 70 Prozent 

Darm  
Größenverhältnis
Körper : Darm =1:5; Fäulnisbakterien 
 
Größenverhältnis
Körper : Darm =1:6; Fäulnisbakterien 
 
Größenverhältnis
Körper : Darm = 1:27; Fermentationsbakterien 

 

Vom Raubtier zum Rindvieh

Natürlich haben es sich auch die Vegetarier nicht nehmen lassen,...

von Jutta MuthPDF-download

aus EU.L.E.N-SPIEGEL 1/2010 S. 24 

Im EU.L.E.N-SPIEGEL 2-3/2008 zum Thema Nanotechnologie hatten wir die Vision vorgestellt, Gebrauchsgegenstände in einem 3-D-Drucker, einem sogenannten Fabber herzustellen. Diese Idee wurde nun für Verköstigungszwecke weitergesponnen:

SchlaraffenlandSchlaraffenland
Gemälde von Pieter Bruegel der Ältere
Studenten des Massachusetts Institute of Technology haben einen Fabber namens Cornucopia entworfen. (Der Name leitet sich vom lateinischen Füllhorn - Cornu copiae  - ab, dem Schlaraffenland der Antike.) Statt Toner oder Kunststoffpartikeln enthält der Küchenfabber Lebensmittelzutaten. Sie werden im Druckkopf gemischt und Lage für Lage „ausgedruckt". Die Anlage kann heizen oder kühlen, je nachdem ob es Suppe oder ein gemischtes Eis geben soll. Geht eine der Zutaten zur Neige, ...