Hänsel und Gretel
Sendung vom 23.12.2016

Radio

Von Udo Pollmer

Das wohl beliebteste Märchen an Weihnachten ist Hänsel und Gretel. Schließlich wollen darin alle nur das eine: etwas zu essen. Das absolute Highlight ist natürlich das Knusperhäuschen, das keine Kinderwünsche offen lässt. Demgegenüber wirkt der restliche Inhalt wenig feierlich: Zwei Geschwister werden im Wald ausgesetzt, dort geraten sie an die ältere Dame mit einem Hang zu gutem Essen. Angesichts der verirrten Kinder wittert sie einen fetten Braten. Erwachsene sehen darin gern ein pädagogisches Lehrstück über die Verführung unmündiger Kinder durch Süßkram und der gerechten Strafe für den ungezügelten Konsum desselben: Hänsel soll, sobald er durch die Mast adipös geworden ist, im Topf schmoren. Eine Warnung an alle Naschkatzen: Haltet euch bitte bei den Weihnachtstellern zurück. Und Moralisten ergänzen, das...

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Gefälschtes Fleisch
Sendung vom 16.12.2016

Radio

Von Udo Pollmer

Der Fall eines zweijährigen japanischen Kindes macht grade die Runde in den sozialen Netzwerken: Als es von einem Steak gekostet hatte, erlitt das Kind einen lebensbedrohlichen allergischen Schock. Nach Angaben seiner Eltern war ihr Steppke zwar allergisch gegen Milch, nicht aber gegen Rindfleisch. Naturgemäß ähneln sich die Eiweiße von Rindfleisch und Kuhmilch stark, so dass eine allergische Reaktion eigentlich nicht verwunderlich wäre. Doch diesmal war es anders: In das Steak war tatsächlich Milcheiweiß eingearbeitet worden. Was hat die Milch im Steak verloren? In Japan steht stark marmoriertes, also von Fettadern durchzogenes Fleisch, hoch im Kurs. Das edelste stammt vom Wagyurind, auch Koberind genannt, es enthält manchmal so viel Fett, dass nicht mehr Fettadern das rote Fleisch durchziehen, sondern die Fleischfasern...

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Formaldehyd, Feinstaub und Mineralöl
Sendung vom 09.12.2016

Radio

Von Udo Pollmer

Die Adventszeit bietet Gesundheitsexperten eine perfekte Bühne. Sie deklamieren in den Medien, insbesondere im Internet, dass weihnachtliche Düfte, besinnlicher Kerzenschein und sogar Adventskalender Leib und Leben gefährden können. Schließlich würden die ätherischen Öle die Lunge reizen, Duftkerzen könnten giftige Gase wie Formaldehyd oder Kohlenmonoxid freisetzen. Und der Kerzenruß löst in den Köpfen Feinstaubalarm aus. Der Preis für die Festtagsstimmung seien Asthmaanfälle, Schleimhautreizungen, Kopfschmerzen, Allergien und natürlich - Krebs. Vermutlich schenken sich Experten zum Fest gegenseitig die neuesten Gasmasken-Modelle. Die könnten vielleicht vor den "enormen Mengen" an Formaldehyd schützen, die Duftkerzen freisetzen - mit "verheerenden Konsequenzen für die Gesundheit". Der guten Ordnung...

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Geschirrspüler im Ökogang
Sendung vom 02.12.2016

Radio

Von Udo Pollmer

Beinahe wäre es eine Erfolgsgeschichte moderner Umwelttechnik geworden: Mikrobiologen war es gelungen, einen Schwarzen Hefepilz zu identifizieren, der in der Lage ist, eine ganze Serie von Schadstoffen – beispielsweise das Lösungsmittel Toluol – abzubauen. Der Pilz ist gegenüber Kälte, Salzen, Säuren und Laugen ziemlich robust und vermag auch in einer lebensfeindlichen Umwelt zu gedeihen. Exophiala dermatitidis, so heißt der Superpilz, lebt auf Gletschern, in Tiefseequellen, Salzseen und Wüsten und er schafft alles weg, was man ihm an Futter in Form von Kohlenwasserstoffen vorsetzt. Deshalb hegte man große Hoffnungen, mit ihm Böden, die mit Öl verseucht sind, zu reinigen. Doch inzwischen macht sich Ernüchterung breit: Der Hefepilz entpuppte sich als Alptraum. Zunächst wurde er als Erreger von Hautkrankheiten identifiziert. Dann...

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Rapsöl
Sendung vom 25.11.2016

Radio

Von Udo Pollmer

Raps war früher in der Küche verpönt: Sein Öl schmeckte bitter und beißend, aber es eignete sich wenigstens als Lampenöl. Für den widerlichen Geschmack waren vor allem Senfölverbindungen verantwortlich. Sie führen zu Schilddrüsenstörungen und wurden auch zur Abtreibung genutzt. Zudem enthält Rapsöl eine ungewöhnliche Fettsäure, die Erucasäure; sie machte etwa die Hälfte des Fettes aus. Versuche mit Ratten, die Erucasäure zu fressen bekamen, ergaben oft unerfreuliche Ergebnisse: Die Tiere litten an Herzproblemen, daneben wurden vor allem Nieren und Leber geschädigt. 1977 schritt der Gesetzgeber ein und deckelte die Gehalte an Erucasäure per Höchstmenge. Die Pflanzenzüchter begannen einen neuen Raps zu züchten, mit wenig Senfölglykosiden und wenig Erucasäure. Das Resultat hieß 00-Raps. Nun schmeckte nicht nur das...

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