Diät-Tipps
Sendung vom 03.03.2017

Radio

Von Udo Pollmer

Die Abnehmdiäten stoßen das Tor ins finstere Mittelalter immer weiter auf: Unwissenheit, Magie und Wahn fahren gemeinsam Karussell und drehen sich brav im Kreis: Kalorienzählen, fettarm braten und viel Wasser trinken, auch wenn Letzteres nur die Blase füllt. Nimmermüde Fachredaktionen spinnen die Diätmärchen Jahr für Jahr konsequent weiter. Besonders hübsch ist die Idee "in das Wasser zusätzlich Zitrone" zu gegeben. Die Zitrone schaltet nämlich den "Turbo" an, die Kalorienverbrennung kommt auf Hochtouren. Gewöhnlich sorgen Turbolader nur dafür, dass der Motor bei gleicher Leistung weniger Benzin braucht. Gäbe es im menschlichen Körper tatsächlich einen wasserbetriebenen Zitronenturbo, wie die "Rheinische Post" fabuliert, würden die eingesparten Kalorien allenfalls das Hüftgold mehren. Auch die Online-Redaktion...

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Gemüseanbau und Verbraucher
Sendung vom 24.02.2017

Radio

Von Udo Pollmer

Gentechnologen ist es gelungen, im Erbgut der Tomate jene Bereiche zu identifizieren, die für den guten Geschmack sorgen. Mit diesem Wissen, frohlocken die Kommentatoren, ließen sich endlich Früchte ernten, die sich ihrer alten Bezeichnung Paradiesapfel als würdig erweisen sollten. Es sind jedoch gar nicht so sehr die Aromastoffe für den guten Geschmack einer Tomate verantwortlich, sondern der Gehalt an Zucker. Zucker ist ein Zeichen von Vollreife, doch der Verbraucher nimmt im Mund nicht etwa mehr Süße wahr, sondern empfindet den Gesamteindruck als "tomatiger". Dummerweise regulieren die Gene, auf denen die Zuckerproduktion verankert ist, zugleich die Größe. Je größer die Frucht, desto weniger Zucker und desto fader. Nicht umsonst erfreuen sich die kleinen Cocktailtomaten wachsender Beliebtheit. Da die Züchter – um die...

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Hevea brasiliensis
Sendung vom 17.02.2017

Radio

Von Udo Pollmer

Die Lebensmittelindustrie ist bekanntlich auf Rohstoffe wie Weizen, Milch oder Zuckerrüben angewiesen. Weniger bekannt ist, dass sie auch von einer Pflanze abhängig ist, die als ungenießbar gilt. Ohne diese käme die Versorgung mit Nahrung schnell ins Schlingern. Es handelt sich um den Kautschuk – als Rohstoff so wichtig wie Getreide oder Erdöl. Zwar gibt es synthetischen Kautschuk auf Erdölbasis, aber dieser vermag das Naturprodukt nur teilweise zu ersetzen. Naturkautschuk kommt aufgrund seiner unübertroffenen Eigenschaften vor allem bei Dichtungen für Maschinen zum Einsatz. Auch die Fließbänder, die Brötchen, Fischstäbchen oder Bonbons transportieren, sind mit Kautschuk beschichtet. Er verursacht wenig Abrieb, das schützt die Ware. Handschuhe aus Latex sorgen für Hygiene bei Erhalt des Fingerspitzengefühls. Den Löwenanteil...

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Giftspinnen
Sendung vom 10.02.2017

Radio

Von Udo Pollmer

Immer wieder finden tropische Spinnen ihren Weg nach Deutschland. Die Einreise erfolgt meist in Bananenkartons als blinde Passagiere. Glücklicherweise ist die Mehrzahl der Reisenden nicht giftig, auch dann nicht wenn handtellergroße, haarige Exemplare mit ihren acht Augen in der Obstabteilung des Supermarktes die Kunden beobachten. Da Obst kühl gelagert wird, sind die Tiere zunächst noch träge, so dass sie meist bei ihren Bananen bleiben, aber in der Küche erwachen sie in der Wärme zu neuem Leben. Wird im Markt ein Exemplar von einem Kunden gesichtet, fordert der Marktleiter einen Schädlingsbekämpfer an, damit dieser - geschützt durch Spezialkleidung - das Vieh einfängt. Daheim ist man auf sich selbst gestellt. Denn regelmäßig sind üble Exemplare darunter wie die aggressive Brasilianische Wanderspinne, auch Bananenspinne genannt...

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Entengrütze
Sendung vom 03.02.2017

Radio

Von Udo Pollmer

Die Forschung hat sich bei der Suche nach der Nahrung der Zukunft auf die Wasserlinsen fokussiert. Vielleicht taugt sie sogar als Alternative zu Fleisch, denn diese seien voller Eiweiß und edlen Fettsäuren. Wasserlinsen sind keine Linsen, sondern eine Gruppe von Schwimmpflanzen, die im Volksmund treffend als Entengrütze bezeichnet werden. Die meisten sind nur wenige Millimeter groß und treiben auf dem Wasser. In den warmen Sommermonaten vermehren sie sich so rasch, dass sie Teiche, Seen und Altarme in kurzer Zeit komplett mit grünem Schmodder überziehen. Unter Teichwirten gilt die Pflanze als übles Unkraut, durch den grünen Teppich dringt kein Licht, das Wasser wird nicht mehr erwärmt, die Pflanzen wachsen nicht mehr, sie produzieren somit auch keinen Sauerstoff. Entengrütze wird zwar von Karpfen, Tilapien und Weißfischen gefressen, sofern...

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