Fipronil
Sendung vom 04.08.2017

Radio

Von Udo Pollmer

Nun also Fipronil, ein Läusemittel im Frühstücksei, auch in Bio-Frühstückseiern – was ist da schon wieder passiert? Ganz einfach: Hühner können sich allerlei Kleinvieh einhandeln – und dann sucht ihr Halter nach einer Möglichkeit sein Kapital im Stall von Läusen, Flöhen und Milben zu befreien. Der Vorfall ist wie ein Déjà vu: Vor ziemlich genau 21 Jahren wanderte der Hühnerbaron Anton Pohlmann wegen einer solchen Praxis in den Knast. Er hatte seine Hennen illegal mit Nikotin gegen Milben besprüht. Es nutzte ihm nichts, dass seine Anwälte behaupteten, das Nikotin sei erst durch paffende Kontrolleure hineingeraten. Denn dummerweise war ein Transporter mit über anderthalb Tonnen Nikotinsulfat für Pohlmanns Firma "Goldhuhn" gestoppt worden. Das Gift fand sich natürlich in den Eiern seiner "Goldhühner" wieder – wenn auch nur in Spuren. 2008 wurde die...

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Fahndung nach Dickmachern
Sendung vom 28.07.2017

Radio

Von Udo Pollmer

Die Fahndung nach Dickmachern fördert immer neue Überraschungen zutage. Jetzt haben nimmermüde Forscher sogar unterm Sofa einen Verdächtigen erwischt. Denn dort im Staub lauern Stoffe, die im Reagenzglas irgendwelche Zellen dazu verleiten, Fettmoleküle aufzunehmen. Und schon droht Kindern Fettsucht, wenn sie am Boden spielen. Wer’s glaubt! Wenn Stoffe (sog. endocrine Disruptoren) aus Umwelt und Nahrung tatsächlich dick machen, dann steht die Sojabohne ganz vorne. Kein Schadstoff kann den pflanzlichen Hormonen auch nur das Wasser reichen. Stand bisher der Zucker im Fokus des Kalorienkampfes, gibt es nun einen neuen Feind: "Studie belegt: … jetzt macht sogar schon Sprudelwasser dick". Anlass für den Seufzer ist ein Rattenversuch: Die 1. Gruppe Nager bekam Leitungswasser, Gruppe 2 und 3 Zuckerlimo oder Diätlimo, jeweils...

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Enzephalopathie
Sendung vom 21.07.2017

Radio

Von Udo Pollmer

Anfang des Jahres warnten die Medien vor einer "neuen BSE-Krankheitswelle". Anlass war der Fall eines 36-jährigen Briten, der an einer Enzephalopathie verstarb, die mit dem Rinderwahn in Verbindung gebracht wird. Vermutlich hatte er sich als Kleinkind infiziert. Als Ursache dürfen die damaligen Rezepturen von Babykost im Gläschen angenommen werden. Um "chemische Zusatzstoffe" zu vermeiden, nahmen die britischen Hersteller als Emulgator ein Naturprodukt: Kälberhirn. Auch Gemüse-Breichen wurden dadurch sämiger. Deshalb waren unter den BSE-Opfern auch Vegetarier von Kindesbeinen an. Wurst und Fleisch scheiden als Überträger aus, denn dann müssten vor allem ältere Menschen erkranken, die ihr Leben lang reichlich davon gegessen hatten. Aber die blieben verschont. Beim Rinderwahn handelt es sich um eine Enzephalopathie – ein...

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Ethoxyquin, Würmer & Co.
Sendung vom 14.07.2017

Radio

Von Udo Pollmer

Die Skandale um den Fisch wollen kein Ende nehmen. Schon wieder haben Umweltschützer im Lachs ein Pestizid entdeckt – ein verbotenes, wie es heißt. Davon soll den Freunden des Räucherlachses Unbill drohen. Doch welches genau, weiß niemand so recht – auch nicht die Umweltschützer, denn die toxikologischen Tests haben bisher kaum Belastendes zutage gefördert – und schon gar nichts angesichts der belanglosen Gehalte. Das fragliche Mittel heißt Ethoxyquin - ein Zusatzstoff für Fischfutter. Es bremst den Fettverderb und verhindert, dass sich das Futter von selbst entzündet oder gar explodiert. Nicht mehr zugelassen ist das Mittel bei Frischobst, daher die Phrase vom "verbotenen Pestizid". Doch gelangen bis heute Äpfel und Birnen mit Ethoxyquin in den Handel. Stört aber niemanden. Natürlich ließe sich das Greenpeace-Gift auch als Heilsbringer...

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Ernährungsethik
Sendung vom 07.07.2017

Radio

Von Udo Pollmer

Es gibt Themen, über die sollte man lieber nicht reden – damit niemand auf dumme Gedanken kommt. Doch in Zeiten des Internets bleibt dies ein frommer Wunsch. Manche Trends breiten sich nur langsam, dafür aber unaufhaltsam aus, gerade so wie ein Schwelbrand. Vor Jahren haben einige Celebrities, wie Kim Kardashian oder Tom Cruise, ein Feuerchen gelegt, als sie verkündeten, sie würden nach der Geburt ihrer Kinder den Mutterkuchen verzehren. Die kulinarischen Lippenbekenntnisse der Prominenz fanden viele Nachahmer: Allerorten – egal ob bei Klatsch oder Kochrezepten – raten Experten, die Plazenta nicht einfach wegzuwerfen wie Gammelobst, sondern schmackhaft zuzubereiten. Die "Ärztezeitung" spekuliert über den gesundheitlichen Wert: Damit ließen sich womöglich niedrige Eisenspeicher nach einer Geburt nachbessern. Warum teure...

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