Milch
Sendung vom 13.10.2017

Radio

Von Udo Pollmer

Eine tapfere Autorin fasste sich auf der Website von Zeit-Online ein Herz und lederte ab: Die Milch, die sie in ihrer Kindheit trinken sollte, "schmeckte als hätte ich Scheiße gefressen". Und sie klagt an: "Systematisch werden Kinder damit vollgepumpt. Dabei schmeckt das weiße Zeug schlimm". Der Anlass ihres offenbar dramatischen Problems ist schnell identifiziert: Die Milchhaut, die entsteht, wenn Milch gekocht wird. Die allermeisten Kinder ekelt es davor, was hartleibige Erziehungsberechtigte nicht davon abhält, den Konsum einzufordern. Doch das funktioniert nicht, denn der Ekel vor der Milchhaut ist angeboren. Dieser Haut entströmt nämlich ein schwefelhaltiger Duftstoff, den Kinder instinktiv ablehnen, weil dieser evolutionär ein Hinweis auf giftige Dämpfe ist. Der Erwachsene kann diesen Ekel überwinden, so wie er...

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Mikroplastik im Trinkwasser
Sendung vom 06.10.2017

Radio

Von Udo Pollmer

Das unscheinbare Mikroplastik ist der neue Star der Umweltängste: Ganze Meere werden durch winzige Plastikpartikel verschmutzt, Fische krepieren, und jetzt verseucht es auch unser Trinkwasser. "Leitungswasser enthält gefährliches Mikroplastik" ängstigt der Focus, "Trinkwasser ist weltweit mit Plastikfasern verseucht" klagt die Welt – und das sei "dramatisch". Anlass: Ein Medienhaus in den USA hatte 159 Wasserproben aus fünf Kontinenten untersuchen lassen. Ergebnis: In einem halben Liter hiesigen Trinkwassers schwammen 1,9 Mikroteilchen. Macht vier unsichtbare Staubkörnchen pro Liter. Klingt ja stark nach Seuche. Wenn man bedenkt, wie viele Mikropartikel im Hausstaub lauern, dann sind unsere Wohnungen aus dieser Sicht reine Todeszonen. Das Umweltbundesamt stuft die aktuellen Befunde als "nicht glaubwürdig" ein. Das...

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Kritik am Subventionsabbau
Sendung vom 29.09.2017

Radio

Von Udo Pollmer

Fleisch ist viel zu billig, ruft empört der Zeitgeist. Niedrige Preise, so die Unterstellung, seien der Beleg für eine besonders skrupellose Produktion in deutschen Ställen. Dabei liegen die Fleischpreise in Deutschland stolze 20 Prozent über dem EU-Durchschnitt. In manchen EU-Ländern kostet das gleiche Produkt nicht einmal die Hälfte. Aus dieser Sicht wäre unser Angebot völlig überteuert, und die Unternehmen sollten sich was schämen, mit ihren Wucherpreisen jene Kunden auszubeuten, die den Euro zweimal umdrehen müssen. Dem Bundesverband der Verbraucherzentralen sind speziell die Sonderangebote ein Dorn im Auge, er warnt vor "Lockvogel-Angeboten", denn Fleisch würde "künstlich billig gemacht". Damit werden die Kunden in die Läden gelockt, wo sie verführt vom Schweinebauch das überteuerte Obst kaufen. Warum ereifert sich niemand, wenn...

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Giftige "Wundermittel"
Sendung vom 22.09.2017

Radio

Von Udo Pollmer

Mögen Sie Agatha Christie? In ihren Krimis ließ sie die Mordopfer vor allem durch Zyankali oder Strychnin aus dem Leben scheiden. Nun, die Zeiten sind vorbei. Stöbert man jedoch im hochmodernen Internet, dann könnte der Eindruck entstehen, es handele sich bei den besagten Giften eher um verkannte Heilmittel. Wenn alles, was "gesund" sein soll, bitter schmecken muss, was wäre da geeigneter als das gallebittere Strychnin? Deshalb gaben es früher sparsame Brauer als Hopfenersatz ins Bier. Ärzte verordneten Strychnin als Universalmedizin und empfahlen es sogar jungen Sportsfreunden zur Steigerung der Leistung. Medizinstudenten schluckten es zur Förderung der Konzentration. Wir wissen nicht, wie viele Menschen die Idee vom gesunden, weil bitterem Strychnin mit ihrem Leben bezahlt haben. In manchen Ländern ist das Rattengift bis heute...

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Kennzeichnung von Lebensmitteln
Sendung vom 15.09.2017

Radio

Von Udo Pollmer

In Holland, England und Schweden testet der Obsthandel eine neue Art der Kennzeichnung, die ohne Etiketten auskommt: Jede einzelne Frucht trägt jetzt ein Tattoo auf der Schale. Weil das die Verbraucher offenbar gut finden, spricht die Branche bereits von einer "Revolution". Voraussetzung war ein neues Druckverfahren sowie die Zulassung einer neuen Klasse von Zusatzstoffen durch die EU: die sogenannten Kontrastverstärker. Und so funktionieren die Obst- und Gemüsetattoos: Mittels eines Laserstrahls lässt man die oberen Zellschichten verdampfen, so verflüchtigt sich auch die natürliche Schalenfarbe. Da sich bei einigen Früchten, wie Orangen, die Schale und damit die Färbung schnell regeneriert, werden die Schriftzüge, Strichcodes und sonstigen Markierungen nach dem Lasern mit Eisenoxiden imprägniert. Das sind bewährte Lebensmittelfarbstoffe, sie...

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