Perchlorat in Lebensmitteln
Sendung vom 26.01.2018

Radio

Von Udo Pollmer

Ein Pestizid, von dem man annahm, es sei aus den ökologischen Kreisläufen längst entschwunden, ist einfach nicht kleinzukriegen. In schöner Regelmäßigkeit finden die Chemiker beachtliche Rückstände. Belastet sind hauptsächlich Kräuter, grünes Blattgemüse, Brokkoli, aber selbst Pudding kann betroffen sein. Für Kampagnen taugt das Pflanzenschutzmittel weniger, weil sich diesmal kein bekannter Hersteller ans Kreuz nageln lässt. Es geht um den Unkrautkiller Perchlorat, der bereits vor einem Jahrzehnt verboten wurde. Irritierend ist, dass die zulässigen Höchstmengen recht hoch angesetzt sind, bei Treibhaus-Rucola sogar hundertmal höher als bei anderen verbotenen Mitteln. Und das bei einem Pestizid, das bis in die Muttermilch gelangt. Nach einer Bewertung durch österreichische Fachbehörden sind die Grenzwerte viel zu hoch angesetzt. Bei...

=> lesen oder hören Sie weiter auf Deutschlandfunk Kultur Mahlzeit!

Ernährung
Sendung vom 19.01.2018

Radio

Von Udo Pollmer

Hätten Sie’s gewusst? Berlin ist die Hauptstadt – der Veganer! Dort wurde am häufigsten der Begriff "vegan" gegoogelt. Diese Methode, die Zahl der Anhänger zu ermitteln, ist durchaus sinnvoll, schließlich liefern Umfragen eher Lippenbekenntnisse. Wer sich für Veganes interessiert, ist meistenteils jung, internetaffin und stets auf der Suche nach Neuem, um seine Lebensweise noch besser anpreisen zu können. Allein die beiden Begriffe "Hauptstadt" und "Veganer" liefern bei Google 400.000 Treffer. "Vegane Kochbücher sind Bestseller", vermeldet die Szene, "der Umsatz von Fleischalternativen explodiert und in den Medien wird das Thema so häufig aufgegriffen wie nie zuvor". Wenn das kein Beweis ist. Doch nun zu den nüchternen Zahlen: Berlin ist Spitzenreiter, weil dort pro Monat 23 von 10.000 Berlinern im Internet nach veganen...

=> lesen oder hören Sie weiter auf Deutschlandfunk Kultur Mahlzeit!

Lange geächtet: Benzoesäure
Sendung vom 12.01.2018

Radio

Von Udo Pollmer

Die Entdeckung der konservierenden Wirkung der Benzoesäure im Jahre 1875 war ein Segen. Damals sicherten Mittel zur Haltbarmachung das Überleben, sie halfen, den Hunger zu mildern. Als der technische Fortschritt nach dem Zweiten Weltkrieg die lang ersehnten Agrar-Überschüsse ermöglichte, begann die Diskussion um unerwünschte Nebenwirkungen: Auf der Zunge wirkt die Benzoesäure betäubend, im Rattenversuch wurde eine Brunsthemmung beobachtet und Mäuse erlitten Missbildungen am Auge. Kann das noch gesund sein? Es folgte, was folgen musste: die Naturwelle. Man wollte seine Lebensmittel frisch, natürlich und ohne Konservierung, schon gar nicht mit den inzwischen geächteten E-Nummern. Da es Essen im Überfluss gab, war es egal, ob etwas im Kühlschrank vergammelte. Ab in die Biotonne und Frisches...

=> lesen oder hören Sie weiter auf Deutschlandfunk Kultur Mahlzeit!

Kontroverser Rohstoff
Sendung vom 05.01.2018

Radio

Von Udo Pollmer

Auch im neuen Jahr werden uns Kampagnen auf den spendengesäumten Pfaden der ökologischen Tugend begleiten. Der letzte Paukenschlag hallte zum Jahreswechsel durchs Handelsblatt: "Sterben für Palmöl: Abgeknallt, niedergestochen, verbrannt". Gruselig, was da in Südostasien so alles passiert. Seit Jahren steht die durch trockengelegte Sümpfe und gerodete Wälder geschändete Natur am Pranger von Aktivisten. Bedrohte Affen und Raubkatzen bieten eine ideale Basis für emotionsgeladene Aufrufe. Jedes zweite Konsumprodukt, so heißt es, egal ob Hautcreme, Brotaufstrich oder Biodiesel, kann Palmöl enthalten. Noch im Advent weckte der WWF das schlechte Gewissen und versuchte die Festtagsfreude zu verderben: Weil Kerzen Palmöl enthalten könnten, wurde der Eindruck erweckt, Orang-Utans und Tiger würden in der Flamme...

=> lesen oder hören Sie weiter auf Deutschlandfunk Kultur Mahlzeit!

Gepanscht, begast, verwässert
Sendung vom 29.12.2017

Radio

Von Udo Pollmer

Manche Lebensmittel sind erklärte Lieblinge der Panscher wie Olivenöl, Wein oder Honig. Doch mittlerweile drängt sich eine neue Produktgruppe unaufhaltsam nach vorn. Es ist der Fisch – teuer und leichtverderblich. Der schnelle Verderb verleitet Händler immer wieder zur Beigabe illegaler Zusätze: Im internationalen Fischhandel sorgen Konservierungsmittel wie Benzoesäure, Ammoniak und Formaldehyd regelmäßig für Skandale. Dabei sind diese Stoffe eindeutig harmloser als die früher üblichen und sogar empfohlenen Antibiotika: Damals wurden dem Eis, mit dem die Fische auf den Fangschiffen gekühlt wurden, Tetracycline zugesetzt. Das zunächst hochwirksame Verfahren musste allerdings bald wieder aufgegeben werden - die Verderbniserreger wurden resistent. Der Verzicht auf eine konsequente Kühlung und eine zügige Verarbeitung kann...

=> lesen oder hören Sie weiter auf Deutschlandfunk Kultur Mahlzeit!