Über sinnlose Regelwerke, die viel Geld und Nerven kosten
Sendung vom 31.05.2014

Radio

Von Udo Pollmer

Die Liste der Schadstoffe im Essen wächst. Man gewinnt den Eindruck, dass mit jeder erfolgreichen Schadensbegrenzung zwei neue Gifte auftauchen. Ein Ende scheint nicht in Sicht. Wir fragten unseren Lebensmittelchemiker, ob das alles nur ein Arbeitsbeschaffungsprogramm für seine Kollegen ist?
Schon wieder ein neues Pestizid - diesmal im Kaffee, wo es niemand erwartet hätte. Das Mittel heißt Mepiquat. Mepiquat-Rückstände findet man sonst auf Tomaten. Dort wird es als Wachstumsregler eingesetzt, dann als Keimhemmungsmittel auf Zwiebeln und als Halmfestiger für Dinkel. Doch die fraglichen Rück-stände im Kaffee haben rein gar nichts mit Pflanzenschutz zu tun.
Mepiquat entsteht bei der Röstung - aus ganz normalen Inhaltsstoffen der Kaffeebohne. Was machen wir jetzt? Kaffee verbieten, weil ...

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Hunger oder Fortschritt?
Sendung vom 24.05.2014

Radio

Von Udo Pollmer

"Wir haben es satt!" Mit diesem Slogan protestiert ein Bündnis aus dem Öko-Milieu gegen die Agrarindustrie. Udo Pollmer ärgert sich über die Parole. Sie verkläre die historische Landwirtschaft und ignoriere wichtige Errungenschaften.
Die Forderung nach kleinen bäuerlichen Betrieben findet immer mehr Anhänger. Die Agrar- und Lebensmittelbranche hat ja auch tief in die Tasche gegriffen, um diese Idee im öffentlichen Bewusstsein zu verankern, die Idee vom gemütlichen Bäuerlein, das sich noch persönlich um jedes Kräutlein, Käferlein und Häslein kümmert, und die Schädlinge mit einer Panflöte aus dem Weinberg lockt. Die Kitschpostkarten-Idylle ist nichts anderes als die Werbung, mit der über 30 Jahre das Gehirn des Verbrauchers weichgespült wurde. Wenn dann noch auf dem Fertigsuppentütchen zu lesen ist, die Krümel seien "nach Gärtnerinnenart mit dem Suppenlöffel geerntet", dann sollte ...

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Alles für das Seelenheil der Pflanzenwelt
Sendung vom 17.05.2014

Radio

Von Udo Pollmer

Immer neue Ernährungsphilosophien finden ihre Anhänger – die neueste Bewegung sind die Frutarier. Sie wollen nicht, dass den Pflanzen ein Leid geschieht. Aus ethischen Gründen essen sie kein Gemüse. Der Lebensmittelchemiker Udo Pollmer hat sich die hehre Ethik mal aus der Nähe angesehen.
Frutarier sind Veganer, die nicht nur auf Tierisches verzichten, sondern auch den lieben Pflanzen keine Schmerzen zufügen wollen. Eine Möhre leidet, wenn sie aus dem Mutterboden gerissen wird, um dann bei vollem Bewusstsein von Rohköstlern zerkaut zu werden, oder gar in gutbürgerlichen Kochtöpfen den grausamen Hitzetod zu sterben. Frutarier essen nur, was die Pflanzen freiwillig hergeben wie Äpfel oder Nüsse. Sie verzichten sogar auf Jutetaschen oder Bücherregale aus Holz. Schließlich gäbe es Plastiktüten und Regale aus Metall, ganz ohne jedes Pflanzenleid. Diese Weltsicht findet derzeit ...

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Wenn Gartenabfälle im Mixer landen
Sendung vom 10.05.2014

Radio

Von Udo Pollmer 

Grüne Smoothies sind der neueste Küchentrend. Nicht nur Spinat kommt in den Mixer, sondern auch die Blätter von Radieschen oder Bäumen. Das soll angeblich gesund sein. Doch Udo Pollmer warnt vor ernsten Gefahren für Nieren und Schilddrüse.
Ein Trend gewinnt an Fahrt: Die grünen Smoothies. Die Beiträge im öffentlich-rechtlichen Fernsehen werden immer euphorischer. Dabei geht es nicht um Gurken, die im Mixer fein zerkleinert werden, um so alten Menschen im Pflegeheim das Kauen zu ersparen. Nein, es ist ein Hype unter den Jungen und Schönen, die sich damit noch jünger und schöner trinken wollen. Auch soll der dünne Brei den Sinn "fürs größere Ganze" stärken, so künden es die einschlägigen Ratgeber.
Für dieses hehre Ziel genügen natürlich nicht ordinäre Salatblätter, da braucht es schon ...

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Die Märchenfassade vom Reinheitsgebot
Sendung vom 03.05.2014

Radio

Von Udo Pollmer

Der Sommer naht, die Biergärten öffnen und die Gäste können herausfinden, was sich in den Brauereien so getan hat. Lebensmittel-Experte Udo Pollmer hat bei genauem Hinsehen "Designer-Hefe" und allerlei Tricksereien entdeckt.
Eine der Zutaten zum Bier, die schon das mittelalterliche Reinheitsgebot vom Jahre 1516 duldete, ist die Hefe. Sie gilt bis heute als das "Haustier" der Brauer und sie ist natürlich das Ergebnis einer langen Züchtungsgeschichte. Deshalb ähneln unsere modernen Reinzuchthefen der Urversion etwa so wie ein Pudel oder Schnauzer dem Wolf. Bei Nutztieren wie Schweinen würde man von einem typischen Fall von Überzüchtung sprechen. Heute ist die moderne Brauhefe meist eine Hybride – um im Bild zu bleiben, eine Kreuzung aus Schnauzer und Pudel – ...

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