Delikatesse oder Plage
Sendung vom 02.06.2017

Radio

Von Udo Pollmer

"Ratten müssen um ihr Leben bangen", ruft aufgeregt eine Schlagzeile – gerade so als ob die Nager gern gesehene Gäste in Küche und Keller wären, die nun von gefühllosen Zeitgenossen vom Diesseits in die ewigen Kanalgründe befördert werden. Anlass für den Aufschrei unserer Medien ist ein ambitioniertes Naturschutzprojekt – am anderen Ende des Globus. In Neuseeland sollen bis zum Jahre 2050 alle Ratten ausgerottet sein. Sie ruinieren das einzigartige Ökosystem – indem sie ihrerseits einheimische Arten ausrotten, sogar das Wappentier Neuseelands, der Kiwi, ist durch die eingeschleppten Nager vom Aussterben bedroht. In einigen Ländern gelten Ratten als Hauswild, das gegrillt oder als Ragout genossen wird. In Westafrika sind Ratten so beliebt, dass ein Schweizer Konzern diese als Fertigsuppe auf den Markt brachte. Als 2011 ein Hochwasser in...

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Sündenbock gesuchtPDF download

von Andrea Pfuhl

2BienenHonigbienen leben gefährlich. Viele Bürger fürchten, das niedliche Haustier könnte, malträtiert durch Pestizide, Monokulturen und Klimawandel, bald ausgesummt haben, denn seit Jahren werden sie mit Schlagzeilen konfrontiert wie „Lautlos sterben weltweit Milliarden von Bienen“, „Für ihren Tod ist vor allem der Mensch verantwortlich“ und „Pestizide haben verheerende Auswirkungen auf das Bienengehirn“. Die Schuldigen sind schnell gefunden: „Nach Ansicht von Naturschützern und Imkern sind Pestizide für das dauerhafte Massensterben verantwortlich“.14,17,18 Zur Freude der Umweltverbände und vieler Imker und zum Ärger der Landwirte hat die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) im April 2013 daher drei Insektizide aus der Klasse der Neonicotinoide vorerst für zwei Jahre verboten: Imidacloprid, Clothianidin und Thiamethoxam.49 Grundlage für diese Entscheidung waren öffentliche Bedenken, diese „Neonics“ seien spezifisch für das weltweite Honigbienensterben verantwortlich. Doch was als Sieg für die fleißigen Immen gefeiert wurde, hat die Brüsseler Behörde...

Von der Einfalt der Vielfalt

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von Klaus Alfs - erschienen im EU.L.E.N-SPIEGEL 4/2013  S. 13

Buddy Bear liBuddy BearKunterbunt soll unsere Gesellschaft sein.Buddy Bear rewikimedia commons / Florid
Nieder mit der Diskriminierung! In Berlin gibt es deshalb eine „Landesstelle für Gleichbehandlung – gegen Diskriminierung“. 
Diese hat ein flottes Konzept namens „Diversity“ ausgetüftelt, um sich und andere von der positiven Wirkung menschlicher Mannigfaltigkeit zu überzeugen. „Diversity“, so erfährt man auf der Homepage, „heißt wörtlich übersetzt Vielfalt. Dahinter stehen Ansätze, die die menschliche Vielfalt als gesellschaftliches Potenzial wertschätzen und bewusst fördern.“

Schon bei der Namensfindung scheint etwas schief gelaufen zu sein. „Landesstelle gegen Diskriminierung“ klang wahrscheinlich zu negativ, „Landesstelle für Gleichbehandlung“ zu abstrakt („dann kapiert ja keiner, dass wir gegen Diskriminierung sind“). Schließlich zerschlug man den gordischen Knoten, indem man sich auf eine „Landesstelle für-gegen“ einigte. 

Verkrampf di ned ...

Diese Grundverkrampfung prägt das gesamte Konzept; es erinnert an die Druckerzeugnisse der Zeugen Jehovas, wo Shiny Happy People gelassen dem kommenden Weltuntergang entgegensehen... Der fehlende Glaube an das Konzept wird durch emsige Geschäftigkeit kompensiert. So treiben im Projekt „Berlin – Stadt der Vielfalt“ diverse  „Fokusgruppen“ ihr Unwesen und zwingen die Mitarbeiter...

ein Beitrag von Prof. Dr. Bärbel Kniel und Udo Pollmer, erschienen in backwaren aktuellPDF download

Kommentar Udo Pollmer

 

Hexenritte, Bier, Bordelle, Babynahrung, Odysseus und Hühnerfang: auf den ersten Blick kaum miteinander vereinbar.

Das verbindende Element sind Tropan-Alkaloide, natürliche pflanzliche Giftstoffe in Nachtschattengewächsen wie Stechäpfel und Bilsenkraut.

Beim Anbau von Feldfrüchten kann das Erntegut damit kontaminiert werden. Gesetzliche Höchstgehalte sind bereits in Vorbereitung...

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Frühstück macht nur eines: hungrige Kinder satt!

Sandwich Fruehstueck© cromary / www.fotolia.de

„Das Frühstück zu Hause hält das Herz von Kindern gesund“ – mit dieser frei erfundenen PR-Behauptung wollten deutsche Forscher den Medien mal wieder das beliebte Märchen vom „Gesunden Frühstück“ unterjubeln. „Wer das Herzinfarktrisiko von Vorschülern vorhersagt, sollte sich lieber auf Kaffeesatzdeuterei spezialisieren. Wenn, dann trägt der Stress, den solche Meldungen bei den Eltern verursachen, erheblich mehr zu deren vorzeitigem Ableben bei als ein - wie auch immer geartetes - Kinder-Frühstück“, so Udo Pollmer, wissenschaftlicher Leiter des Europäischen Instituts für Lebensmittel- und Ernährungswissenschaften (EU.L.E. e.V.). Es ist hier schon belanglos, dass es sich auch bei dieser Ernährungsstudie um eine Beobachtungsstudie handelt, aus der sich bestenfalls Plausibilitäts-Hypothesen ableiten lassen. Doch selbst auf diesem niedrigen Niveau betrachtet versickert die Botschaft des „gesunden Kinder-Frühstücks“ wie Pipi im Sandkasten. „Die Daten der Originalstudie lassen noch nicht einmal die...