Internationales Jahr der Hülsenfrüchte
Sendung vom 19.08.2016

Radio

Von Udo Pollmer

Eine neue Eiweißstrategie soll unsere Landwirtschaft voranbringen und die Ernährung verbessern. Mit Forschungsgeldern und Subventionen werden Wissenschaftler wie Bauern auf das politische Ziel eingeschworen: Je mehr pflanzliches Eiweiß aus heimischem Anbau zur Verfügung steht, desto weniger Soja muss importiert werden. Das schont Regenwald und Klima. Und wir Verbraucher bekommen Hülsenfrüchte in Hülle und Fülle: Zuckererbsen, Grüne Bohnen und Hackepeter aus Lupinen. Hülsenfrüchte haben einen speziellen evolutionären Vorteil: Sie beherbergen in ihrem Wurzelwerk Knöllchenbakterien. Diese binden den Stickstoff aus der Luft und stellen ihn der Pflanze als Dünger zur Verfügung. Der Landwirt kann also auf Nitratdüngung verzichten. Da Stickstoff die Bildung von Eiweiß fördert, ließe sich auf diesem Wege das Eiweißfuttermittel...

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Erbgutveränderung bei Lebensmitteln
Sendung vom 12.08.2016

Radio

Von Udo Pollmer

Das US-Agrarministerium hat einen genveränderten Champignon genehmigt: Er bekommt keine Druckstellen mehr, wird langsamer braun und landet deshalb nicht so schnell im Abfall. Die Sache wäre nicht der Rede wert, wenn die Behörde nicht entschieden hätte, eine Deklaration sei verzichtbar. Denn hier sei keine Fremd-DNA zum Einsatz gekommen. Es ist etwas ganz Neues: ein Lebensmittel, dessen Erbgut mit dem sogenannten CRISPR/Cas-Verfahren umgeschrieben wurde. Man nutzt dabei ein Prinzip, mit dem sich Bakterien gefährliche Viren vom Leibe halten. Mit speziellen Gen-Scheren zerschnibbeln sie das Erbgut der Angreifer – und mit diesen Scheren wurde auch das Genom des Pilzes zurechtgestutzt. Mit CRISPR/Cas wurde es möglich, schnell und präzise die DNA vieler Lebewesen zu verändern, Teile aus ihrem Erbgut zu entfernen,...

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Gesundheit
Sendung vom 05.08.2016

Radio

Von Udo Pollmer

Die Anbetung der Algen nimmt immer skurrilere Züge an. Gegenüber den Wunderheilungen, die Algen angeblich vollbringen, verblasst sogar das Wirken der Madonna in Lourdes. Algenpräparate werden als Königinnen der Entgiftung beworben, als Detox-Kur de luxe für einen verseuchten Körper. Unter Biologen sind Algen jedoch als notorische Giftsammler bekannt. Wer das Zeug schluckt, entgiftet seinen Body wohl kaum – im Gegenteil, er muss vielmehr damit rechnen, dass er sich eine Extraportion Schadstoffe zuführt. Überstrahlt wird das Detox-Wunder vom sagenhaften Gehalt an Vitamin B12. Aber in Algen steckt leider kein B12. Wenn es tatsächlich drin sein sollte, dürfen wir auf fäkale Verunreinigungen tippen – denn Fäkalien enthalten reichlich Vitamin B12. Stattdessen liefern die Algen sogenannte Pseudovitamine, die bei der...

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Schuldgefühle
Sendung vom 29.07.2016

Radio

Von Udo Pollmer

Wenn das keine gute Nachricht ist: Die Plastiktüten verschwinden aus den Geschäften, damit die Meere nicht weiter vermüllen und die Delfine endlich wieder aufatmen können. Zudem sparen wir damit wertvolles Erdöl und entlasten die Umwelt, die an den leichten Tüten schwer zu tragen hatte. Wenn, dann akzeptieren wir nur noch biologisch abbaubare Beutel aus nachwachsenden Rohstoffen. Doch die sind teuer. Die hohen Preise der Bio-Kunststoffe spiegeln die aufwändige Herstellung wider, ein kleiner Hinweis auf den ökologischen Fußabdruck. Daran wird die Umwelt also kaum genesen. Vor allem, wenn man bedenkt, dass biologisch abbaubare Materialien in freier Natur nur verdammt schwer abbaubar sind. Im Salzwasser, also im Meer dauert die Zersetzung besonders lange. "Biologisch abbaubar" heißt nach offizieller...

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Läusesaga
Sendung vom 22.07.2016

Radio

Von Udo Pollmer

Der "Zukunftsmarkt Insekten" lockt Investoren auf den Plan. Denn der "Snack der Zukunft" sei der Insektenburger. Während auf Ernährungskongressen die Wellen der Begeisterung für den neuen Megatrend hochschlagen, schlägt einem im Internet die Nachricht auf den Magen, ein argloser Kunde habe in seinen Pommes oder Nuggets wahlweise Käfer, Würmer oder Spinnen entdeckt. Er sei nun bis ans Ende seiner Tage traumatisiert und erwarte von der Fastfood-Kette eine satte Entschädigung. Zugleich schwappt eine Flut der Empörung durchs Netz, ob des armens Tierchens, das völlig unschuldig einen grausamen Tod erlitten habe. Was schließen wir daraus? Irgendwie scheint es sich doch noch nicht rumgesprochen zu haben, welche Genüsse dem passionierten Pizza-Esser durch dankbaren Verzicht auf Mehlwürmer,...

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